Ärzte Zeitung online, 23.12.2010

Gesunde Ernährung im Alter: Chance auf ein langes Leben

ST. LOUIS (ars). Eine Ernährung mit Obst, Gemüse und Vollkorn zahlt sich aus, auch im hohen Alter, wie eine amerikanische Studie erneut belegt: In der Gruppe der Teilnehmer, die gesunde Lebensmittel bevorzugten, war die Sterberate innerhalb von zehn Jahren verringert.

Gesunde Ernährung im Alter: Chance auf ein langes Leben

Eine Riesenchance für ein langes Leben: gesundes Essen, auch im Alter.

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Wissenschaftler der Universität Maryland hatten bei mehr als 2500 Teilnehmern zwischen 70 und 79 Jahren die Sterberate während eines Zeitraums von zehn Jahren bestimmt. Außerdem hatten sie in dieser großen und heterogen zusammengesetzten Gruppe ermittelt, wie häufig die älteren Erwachsenen 108 charakteristische Nahrungsmittel verzehrten.

Nach den Daten ordneten sie die Teilnehmer sechs verschiedenen Gruppen zu:

• 374 Teilnehmer bevorzugten gesunde Lebensmittel wie fettreduzierte Milchzubereitungen, Obst, Gemüse, Vollkornprodukte, Geflügel und Fisch. Dagegen nahmen sie wenig Fleisch, Gebratenes, hochkalorische Getränke oder Süßigkeiten zu sich.

• 332 Teilnehmer suchten für sich vor allem Milchprodukte mit hohem Fettgehalt wie Eiscreme, Vollfettkäse oder Vollmilch aus, wogegen Geflügel, fettreduzierte Milchprodukte, Reis und Pasta selten auf ihrem Speiseplan standen.

• Die meisten Teilnehmer - insgesamt 693 - hielten sich besonders an Fleisch, Gebratenes und Alkohol.

• 386 der älteren Menschen verzehrten regelmäßig Frühstücksflocken.

• 458 Teilnehmer gehörten zur Gruppe jener, die häufig Speisen aus Weißmehl wählten.

• Liebhaber von Süßigkeiten und Desserts waren 339 Studienteilnehmer.

Nachdem die Forscher die Einflüsse von Geschlecht, Alter, Rasse, Gesundheitszustand, Ausbildung, Bewegung, Rauchen und Kalorienaufnahme herausgerechnet hatten, ergab sich folgendes Bild: Bei den alten Menschen, die fettreiche Milchprodukte bevorzugten, war die Sterberate im Studienzeitraum um 40 Prozent höher als bei jenen mit gesunder Ernährung. In der Gruppe "Süßigkeiten und Desserts" lag sie um 37 Prozent höher als bei den Vergleichspersonen mit der günstigen Kost.

Keine signifikanten Unterschiede bestanden zwischen "gesunder Ernährung" und den Gruppen mit "Frühstücksflocken" und "Weißmehlprodukten".

Fazit der Autoren um Dr. Amy L. Anderson: Ein Ernährungsmuster, das den gängigen Empfehlungen entspricht, ist mit einer erniedrigten Sterberate verknüpft, wahrscheinlich, indem es die Häufigkeit von Herz-Kreislauf-Krankheiten und Krebs senkt Da ein erheblicher Anteil der älteren Studienteilnehmer diese Ratschläge befolgten, scheine es ein machbares und realistisches Verhalten zu sein.

Die Studie wird im Januar 2011 im Journal of the American Dietetic Association (Volume 111) veröffentlicht.

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