Ärzte Zeitung, 15.03.2011

Diabetiker demonstrieren gegen Ausschluss

BERLIN (af). Der Deutsche Diabetiker Bund ruft für kommenden Donnerstag zu Demonstrationen vor dem Sitz des Gemeinsamen Bundesausschusses und dem Gesundheitsministerium in Berlin auf. Grund ist der geplante Verordnungsausschluss von Harn- und Blutzuckerteststreifen für nicht insulinpflichtige Diabetiker.

Diabetiker, die sich Insulin spritzen oder über eine Pumpe zuführen, sollen die Teststreifen weiterhin von der Kasse bezahlt bekommen. Betroffen sind die laut Diabetikerbund rund drei Millionen Typ 2-Diabetiker, die Medikamente einnehmen. Für Patienten mit instabiler Stoffwechsellage soll es Ausnahmen geben. Die gesetzlichen Kassen erstatten rund 900 Millionen Euro im Jahr für die Teststreifen.

Die Selbsthilfeorganisation hat angekündigt, Musterklagen zu unterstützen, sollten die Teststreifen nicht mehr von der Kasse bezahlt werden müssen.

Bereits vor Jahresfrist hatte das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen festgestellt, dass sich ein Nutzen der Blutzuckerselbstkontrolle durch die verfügbaren Studien nicht belegen lasse. Die Diabetiker Selbsthilfegruppen halten dagegen, dass die Untersuchung nicht alle wichtigen Studien berücksichtigt habe.

Topics
Schlagworte
Diabetes mellitus (5011)
Organisationen
IQWiG (1122)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Mehr Metastasen

Immer mehr Männer mit Prostatakrebs in den USA haben schon bei der Diagnose Metastasen. Ihr Anteil hat sich fast verdoppelt. Auch die Inzidenz solcher Tumoren nimmt zu. mehr »

Deutsches Defizit

Diabetes-Prävention, Strategien gegen Polypharmazie, digitale Versorgungsangebote: Neue Initiativen gibt es zuhauf. Doch Patienten müssen davon wissen. Genauo daran hapert es aber. mehr »

"Einfache Ersttherapie ist für fast alle Patienten möglich"

Die antiretrovirale Therapie ist bei neu diagnostizierter HIV-Infektion stets angezeigt, und zwar unabhängig vom Stadium der Infektion oder der Helferzellzahl. mehr »