Ärzte Zeitung, 19.04.2011

Ausgiebiger TV-Konsum schadet

MAINZ (MUC/spa). Studiendaten stützen erneut die Vermutung, dass ausgiebiger Fernsehkonsum gesundheitsschädlich ist. In zwei Studien aus Australien und Europa war die Dauer des täglichen TV-Konsums mit einem erhöhten Sterberisiko durch allgemeine und kardiovaskuläre Ursachen assoziiert.

In der australischen Studie wurde mit jeder TV-Stunde, die die Studienteilnehmer täglich vorm Fernseher saßen, die Herz-Kreislaufsterberate um 18 Prozent gesteigert (Circulation 2010; 121: 384). Professor Stephan Martin machte beim Diabetes Update in Mainz dazu folgende Rechnung auf: Bei im Mittel drei Stunden täglichem TV-Konsum in Deutschland würde dies das kardiovaskuläre Sterberisiko um 54 Prozent steigern.

Dies entspreche dem erhöhten Sterberisiko von 10 Zigaretten am Tag, so der Diabetologe aus Düsseldorf. "Wenn man davon ausgeht, dass nur ein Drittel der Bevölkerung raucht, müsste es mehr Tote durch Fernsehen als durch Rauchen geben", so Martin.

In drei weiteren Studien konnte eine ungünstige Assoziation zwischen der Zeit vorm Bildschirm und kardialen Risikofaktoren wie Insulinresistenz, erhöhtem diastolischem Druck oder verminderter kardiorespiratorischer Fitness festgestellt werden.

Der Diabetologe plädierte für eine freiwillige finanzielle Abgabe der Fernsehgesellschaften zugunsten der Erforschung negativer gesundheitlicher Folgen eines zu hohen TV-Konsums.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Luftschadstoffe beeinträchtigen viele Organsysteme

Die Lunge gilt zwar als Eintrittspforte für Schadstoffe aus der Luft, kurz- und langfristige Gesundheitsschäden scheinen jedoch vor allem im Herzkreislaufsystem aufzutreten. mehr »

Kompromiss im Tauschhandel?

18:31 Kaum verkündet, war der Kompromiss zur Pflegeausbildung auch schon wieder vom Tisch. Doch jetzt soll der Koalitionsausschuss eine Einigung bringen. Offenbar bahnt sich ein Handel zwischen CDU und SPD an. mehr »

Für die Union ist Substitution von Ärzten kein Tabu

Nichtärztliche Gesundheitsberufe sollen stärker in die Versorgung eingebunden werden, fordert die Union. Ärztepräsident Montgomery benennt die Fallstricke für solche Pläne. mehr »