Ärzte Zeitung online, 02.08.2011

Helfen Bittergurken gegen Diabetes?

NEU-ISENBURG (eb). Bittergurken enthalten Stoffe, die bei Typ-2-Diabetes helfen könnten. Das zeigen Studien. Die Forschungen beschäftigen sich nun mit dem Ziel, eine Bittergurke mit einem maximalen antidiabetischen Effekt zu kreieren.

Helfen Bittergurken gegen Diabetes?

Bittergurken werden auch als Bittermelonen bezeichnet. Ihnen konnte in Studien ein antidiabetischen Effekt nachgewiesen werden.

© sil007 / fotolia.com

Bittergurke wirkt antidiabetisch. Das haben gemeinsame Forschungsarbeiten des Internationalen Gemüseforschungszentrums AVRDC und der Uni Gießen bestätigt, teilt die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) mit.

Mit einer eigenen Webseite informiert das AVRDC über diese Forschungsarbeiten.

Positiver Einfluss auf die glykämische Kontrolle

Bisherige Studien legten nahe, dass der Konsum von Bittergurken - als ganze Frucht, Saft oder Extrakt - für die glykämische Kontrolle bei Diabetes von Bedeutung sein könnte, so das AVRDS.

Dabei ergebe sich der antidiabetische Effekt der Bittergurke aus dem Zusammenwirken mehrerer Inhaltsstoffe der Frucht.

Ein bei Diabetes interessanter Inhaltsstoff könnte dabei p-Insulin sein. p-Insulin mit hoher Homologie zu bovinem Insulin aber immunologisch nicht kreuzreaktiv, zeigt bei Injektion ebenfalls Blutzucker senkende Wirkung (ÖAZ 2004; 3: 111).

Forschung zur Bittergurke wird verstärkt

Jetzt seien weitere Studien nötig, so das AVRDS, um Empfehlungen zum Verzehr von Bittergurken bei Typ-2-Diabetes auf eine sichere Basis zu stellen.

Das AVRDC und die Universität Gießen werden die Forschung zur Bittergurke (Momordica charantia L.) verstärkt fortsetzen, heißt es in der Mitteilung der GIZ. Es seien mehr als 100 Bittergurkensorten bekannt.

Die Forscher am AVRDC und der Universität Gießen untersuchten, welche Sorten gegen Typ-2-Diabetes besonders wirksam sind. Ziel ist, mit einer veränderten Bittergurke, die mehr antidiabetische Substanzen enthält als die derzeitigen Sorten, ein Nahrungsmittel mit antidiabetischen Eigenschaften auch für Entwicklungsländer zur Verfügung zu haben.

Über 30 Millionen Diabetiker in Indien

Heute gibt es weltweit etwa 285 Millionen Menschen, die an Diabetes erkrankt sind, erinnert das AVRDS auf seiner Website; 80 Prozent davon lebten in Staaten mit niedrigen oder mittlerem durchschnittlichem Einkommen.

Im Jahre 2030 wird es nach Schätzungen über 370 Millionen Menschen mit Typ-2-Diabetes geben. Die meisten Diabetiker gibt es mit 31,7 Millionen (Zahl vom Jahr 2000) in Indien, meldet das AVRDS. Im Jahr 2030 könnten es 79,4 Millionen sein.

Die Forschungsarbeiten werden von der Beratungsgruppe für Entwicklungsorientierte Agrarforschung (BEAF) der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung unterstützt.

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