Ärzte Zeitung, 24.02.2012

Aufbäumen gegen immer mehr Diabetesrisiken

Der Anteil der Bevölkerung mit Diabetesrisiken steigt. Das zeigen bundesweit erhobene Daten von der Aufklärungsaktion "Gesünder unter 7" in Einkaufszentren.

Aufbäumen gegen immer mehr Diabetesrisiken

Großes Interesse: Die Diabetesaktion "Gesünder unter 7" zieht seit 2005 durch Einkaufszentren der Republik.

© Sanofi

NEU-ISENBURG (eis). Große Teile der Bevölkerung Deutschlands haben ein hohes Diabetesrisiko. Zudem sind viele Menschen bereits zuckerkrank, ohne es zu wissen.

Die Aufklärungs-Aktion "Wissen was bei Diabetes zählt: Gesünder unter 7" setzt sich daher seit 2005 bundesweit für die Früherkennung, Prävention und Versorgung von Menschen mit Diabetes ein. Bei der vom Unternehmen Sanofi initiierten Aktion ist die "Ärzte Zeitung" Medienpartner.

Ergebnisse von insgesamt 8.844 Risikocheckbögen der Jahre 2006 und 2009 von zwölf Aktionen in acht Städten wurden jetzt ausgewertet und verglichen (Perfusion 2011; 24: 118).

Wie die an den Ständen in großen Einkaufszentren erfassten Daten belegen, ist die Entwicklung bedenklich. Die Standbesucher haben nämlich zunehmend Übergewicht und vor allem - erkennbar am erhöhten Taillenumfang - gefährliches Bauchfett. Hier spiegeln sich die geänderten Lebensgewohnheiten der Bevölkerung mit Bewegungsmangel und ungesunder Ernährung wider.

Mehr Bauchfett und erhöhter Blutzucker

Aktionen starten wieder im März

Aufbäumen gegen immer mehr Diabetesrisiken

Die Diabetes-Aufklärungsaktion "Gesünder unter 7" geht in diesem Jahr in die achte Runde. Mit dabei sind wieder der 200m-Sprintchampion Daniel Schnelting und der Starkoch Johann Lafer.

Die Diabetes-Aktionstage machen 2012 Station in Wolfsburg (15./16. März, City-Galerie), Oppenheim

(13. Mai) und Sulzbach im Taunus (23./24. August, Main-Taunus-Zentrum).

www.gesuender-unter-7.de.

Bei jedem zweiten Teilnehmer an den Ständen, der noch keinen manifesten Diabetes hatte, ergab sich ein erhöhtes Risiko für die Stoffwechselkrankheit. Etwa ein Fünftel der Teilnehmer war übergewichtig, der Anteil stieg von 18 Prozent 2006 auf 21 Prozent 2009.

Besonders das Bauchfett nahm dabei zu. Fast die Hälfte hatte einen Taillenumfang im kritischen Bereich (über 88 cm für Frauen und über 102 cm für Männer). Hier stieg der Anteil von 46 Prozent 2006 auf 48 Prozent im Jahr 2009.

Ein Viertel der Standbesucher hatte schon einmal einen erhöhten Blutzucker gehabt (2006: 26 Prozent, 2009: 29 Prozent) und bei über 40 Prozent gab es eine Diabeteserkrankung in der nahen Verwandtschaft.

HbA1c sollte unter 7 Prozent liegen

Zur Vermeidung von Diabetes-Folgekrankheiten wie Herzinfarkt und Schlaganfall sollte der HbA1c unter 7 Prozent liegen. Auch hier zeigt die Datenauswertung bei den am Stand gemessenen Werten einen ungünstigen Trend: 2006 lag der HbA1c-Wert bei 40 Prozent der Diabetiker an den Ständen über der Grenze, 2009 bei 47 Prozent.

Die Aktionen von "Gesünder unter 7" wurden seit 2005 von einer halben Million Menschen besucht. In den vergangenen sieben Jahren haben etwa 23 000 Menschen die Möglichkeit genutzt, ihr individuelles Diabetesrisiko mit dem Risikocheck bestimmen zu lassen.

Dabei werden Diabetes-Risikofaktoren bestimmt wie Alter, Ernährungs- und Bewegungsverhalten, Blutzuckerwert, Taillenumfang und Diabeteserkrankungen in der Familie. Diabetiker können zudem ihren HbA1c messen lassen.

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