Ärzte Zeitung, 30.03.2012

Bewegung - starke Waffe gegen Diabetes

In Deutschland leiden zwölf Prozent aller Erwachsenen an Diabetes. Und: 75 Prozent der Männer sowie 59 Prozent der Frauen sind übergewichtig mit einem Body Mass Index über 25. Die aktuellen Daten zeigen: Aufklärung tut tatsächlich Not.

Von Simone Reisdorf

Bewegung - starke Waffe gegen Diabetes

Bei der Aktion "Gesünder unter 7" stehen auch Blutzuckermessungen auf dem Programm.

© Sanofi

WOLFSBURG. Deutschland ist Europameister hinsichtlich Übergewicht und Diabetes mellitus bei Erwachsenen.

Deshalb stand die diesjährige Eröffnungsaktion der von dem Unternehmen Sanofi unterstützten Veranstaltungsreihe "Wissen was bei Diabetes zählt: Gesünder unter 7" unter dem Motto "Aufklärung muss weitergehen".

"Daten internationaler Fachgesellschaften, nach denen in Deutschland zwölf Prozent aller Erwachsenen an Diabetes leiden, zeigen, dass Aufklärung tatsächlich Not tut."

"Deutsche sind Europameister"

Das betonte Dr. Richard Daikeler, niedergelassener Diabetologe aus Sinsheim, bei der Veranstaltung in der City-Galerie Wolfsburg.

"Außerdem haben 75 Prozent der Männer und 59 Prozent der Frauen Übergewicht mit einem Body Mass Index über 25. Damit sind wir Deutschen in beiden Indikationen leider Europameister."

"Gesünder unter 7" in die achte Runde gestartet

Die Diabetes-Aufklärungsaktion "Gesünder unter 7" ist in diesem Jahr in die achte Runde gestartet. Jeder Interessierte kann dabei am Aktionsstand sein individuelles Diabetesrisiko mit dem Risikocheck bestimmen lassen. Mit dabei sind auch der 200 m-Sprintchampion Daniel Schnelting und der Starkoch Johann Lafer.

Die Diabetes-Aktionstage machen noch Station in Oppenheim (13. Mai) und Sulzbach im Taunus (23. / 24. August, Main-Taunus-Zentrum).

Dies spiegele sich auch in den Daten der Risikocheckbögen bei "Gesünder unter 7" wider: "Von 2.584 Besuchern der Aktion im Jahr 2011 waren zwar 71 Prozent Nicht-Diabetiker", so Daikeler, "aber von diesen hatten 52 Prozent ein erhöhtes Risiko, an Typ 2-Diabetes zu erkranken. Dies wurde anhand ihrer Risikofaktoren wie abdominelles Übergewicht, Hypertonie, Bewegungsmangel, Fehlernährung, hohes Alter und familiäre Prädisposition festgestellt."

Damit steigt auch das Risiko für Herz- und Gefäßereignisse, wie Professor Diethelm Tschöpe, Direktor des Diabeteszentrums Bad Oeynhausen und Vorsitzender der Stiftung "Der herzkranke Diabetiker", betonte: "Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind zwei Seiten derselben Medaille."

Daniel Schnelting macht es vor

Dass Bewegung eine starke Waffe nicht nur zur Prävention, sondern auch zur Therapie von Patienten mit bereits bestehendem Diabetes ist, bestätigt das Beispiel des dreifachen Deutschen Meisters im 200-Meter-Sprint, Daniel Schnelting vom LAZ Rhede.

Dank intensiven Trainings und regelmäßiger Blutzuckerselbstmessungen erreicht der Typ 1-Diabetiker praktisch nie einen HbA1c-Wert über 7 Prozent.

So intensiv muss der Sport aber gar nicht sein: In Wolfsburg wurde, wie bei jeder "Gesünder unter 7"-Aktion, dazu aufgerufen, täglich mindestens 10.000 Schritte zu Fuß zu gehen und dies am besten mit einem Schrittzähler zu verifizieren.

Und schon im Rahmen der nächsten Aktion der Reihe, die am 13. Mai 2012 in Oppenheim stattfinden wird, können Diabetiker beim "Rheinradeln" ihre Fitness austesten und etwas für ihre gute Blutzuckereinstellung tun.

www.gesuender-unter-7.de

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Zahl der Behandlungsfehler stagniert

"Fehler passieren, auch in der Medizin. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass Patienten durch einen Behandlungsfehler zu Schaden kommen, ist extrem gering." So lautete das Fazit von Dr. Andreas Crusius bei der Vorstellung der Behandlungsfehlerstatistik. mehr »

Naturvolk mit erstaunlich gesunden Gefäßen

In einer geradezu heroischen Studie haben US-Forscher Eingeborene der Amazonas-Region zur Calcium-Score-Messung in einen CT-Scanner geschoben. Noch nie wurde ein Volk mit so gesunden Arterien beschrieben. mehr »

Dann ist ein Hausbesuch abrechenbar

Die vollständige und vor allem korrekte Abrechnung der so genannten Leichenschau stellt Ärzte immer wieder vor Probleme. Beispielsweise stellt sich die Frage nach der eigenständigen Berechnung des Hausbesuchs. mehr »