Ärzte Zeitung, 11.06.2012

Die heimliche Schwäche "süßer" Herzen

Ärzte sollten bei ihren Typ-2-Diabetikern stärker auf mögliche Zeichen einer Herzinsuffizienz achten: Jeder vierte ältere Patient leidet unerkannt.

Die heimliche Schwäche von süßen Herzen

Nicht mehr ganz so junger Mann: Bei Diabetikern sollten Ärzte auf Zeichen einer Herzinsuffizienz achten.

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UTRECHT (BS). Auf die hohe Dunkelziffer von Herzschwäche bei Typ-2-Diabetikern macht eine Studie aus den Niederlanden aufmerksam (Diabetologia 2012; online 23. Mai).

Dafür waren 605 Patienten mit gut eingestelltem Diabetes (mittlerer HbA1c 6,7 Prozent) im Alter ab 60 Jahren rekrutiert worden.

Bei 24 Patienten war bereits eine Herzinsuffizienz gesichert. Bei 161 der übrigen 581 Patienten (27,7 Prozent) wurde aufgrund von Symptomen und echokardiografischem Befund eine bis dahin unbekannte Herzinsuffizienz festgestellt.

133 Patienten (22,9 Prozent) hatten noch eine normale linksventrikuläre Auswurffraktion (LVEF), bei 28 Patienten (4,8 Prozent) war sie bereits auf 45 Prozent vermindert.

Damit hatte die Herzinsuffizienz insgesamt eine Prävalenz von 30,6 Prozent - etwa viermal so hoch wie in der Allgemeinbevölkerung dieses Alters. Ältere Studien, die nicht immer ein Herzecho beinhalten, hatten nur Prävalenzraten von 10 bis 22 Prozent ermittelt.

Jährliche Untersuchung empfohlen

In der aktuellen Studie wurde bei 150 Patienten (25,8 Prozent) eine linksventrikuläre Dysfunktion festgestellt. Bei 97,3 Prozent war nicht die Pumpfunktion, sondern die Füllungsphase gestört.

Damit hatte weniger als die Hälfte der untersuchten Typ-2-Diabetiker noch eine normale linksventrikuläre Funktion.

Mit dem Alter der Diabetiker erhöhte sich der Anteil der Herzinsuffizienz, und der Anteil der nicht diagnostizierten Herzinsuffizienz stieg steil von 16,6 Prozent bei den 60- bis 64-Jährigen auf 47,9 Prozent bei den über 80-Jährigen.

Patienten mit BMI über 30 kg/m2, mit Dyspnoe oder Bluthochdruck hatten besonders oft ein schwaches Herz. Die häufigste Ursache war in 82 Prozent ein Bluthochdruck, mit oder ohne linksventrikuläre Hypertrophie.

An zweiter Stelle rangierte ein früherer Myokardinfarkt (23 Prozent). Die Autoren plädieren, die Patienten jährlich per EKG und/oder Echo zu untersuchen.

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