Diabetes

Sammeln Sie CME-Punkte - 30 Tage kostenlos mit e.Med
Modul: Therapie des Typ 2 Diabetes

Weitere Module zu anderen Themen auf der Startseite unserer Sommerakademie

Ärzte Zeitung, 29.01.2013

Insulinspritzen

Am Injektionsort wuchert häufig Fettgewebe

Insulinspritzen führt häufig zu Lipohypertrophie in der Injektionsgegend. Das kann auch die Blutzuckereinstellung beeinträchtigen.

CHANDIGARH. In einer indischen Studie mit 450 Typ-1-Diabetikern hatten 42 Prozent eine Lipohypertrophie (LH) als Folge von lipogenen Effekten des Insulins (JEADV 2013; online 9. Januar).

Wesentlich seltener traten postinflammatorische Hyperpigmentierungen (2,9 Prozent) und Lipatrophien (0,4 Prozent) auf. Lokale allergische Reaktionen und Acanthosis nigricans wurden bei drei sowie bei einem Patienten beobachtet.

LH-Patienten hatten zudem häufig sklerodermieartige Hautveränderungen und Einschränkungen der Gelenkbeweglichkeit.

Die Fettwucherungen waren mit längerer Diabetesdauer assoziiert, und auch die HbA1c-Werte lagen höher als bei Patienten ohne LH. Oft sind die Hautveränderungen asymmetrisch, da das Injizieren mit der dominanten Hand eine Körperseite bevorzugt.

Zur Entwicklung trägt weniger die Dosierung als vielmehr die Häufigkeit der Injektionen bei. Die lipohypertrophe Region ist hierbei relativ schmerzunempfindlich, was sie für die Patienten als Ort, die Spritze zu setzen, attraktiv macht.

Allerdings ist auch die Blutversorgung schlecht und es ist nicht vorherzusehen, wie gut das Insulin absorbiert wird. Das führt zu mangelhaft kontrollierter Glykämie, sichtbar am hohen HbA1c. Und dies wiederum hat mikro- und makrovaskuläre Folgen auch an Haut und Gelenken.

"Es ist daher unbedingt ratsam, einen zuvor euglykämischen Patienten mit entgleistem Blutzucker auf eine LH zu untersuchen, bevor man die Insulindosis erhöht", schreiben die Studienautoren.

Generell seien die Hauterscheinungen Folgen unsachgemäßer Injektionen. Sie ließen sich durch Wechsel der Injektionsstellen, Verwendung jeweils frischer Nadeln und regelmäßiges Absuchen auf kutane Veränderungen vermeiden. (rb)

|

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Top-Meldungen

"Depressionen erklären solche Taten nicht"

Der Amokläufer von München, der Attentäter von Ansbach - beide sollen wegen psychischer Probleme in Behandlung gewesen sein. Experten schließen eine Depression als Erklärung jedoch aus. Wir erkären, wieso. mehr »

Es ist Zeit für neue Kontrazeptiva für Männer!

Internationale Experten haben ein Manifest verabschiedet mit dem Appell, die Forschungen zu Verhütungsmitteln für Männer zu intensivieren. mehr »

Wenn Arbeitnehmer nicht abschalten können

Arbeiten im Park oder früher nach Hause gehen und sich später wieder einschalten - die dank moderner Kommunikationsmittel mögliche Flexibilität wird in der Arbeitswelt gefeiert. Doch es zeigen sich mehr und mehr Kehrseiten. mehr »