Diabetes

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Modul: Strategien zur Gewichtsreduktion bei Typ-2-Diabetes

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Ärzte Zeitung, 05.11.2013

Neuer Ansatz

Hormone im Doppelpack gegen Diabetes

MÜNCHEN. Mit einem Peptid, das Effekte der beiden körpereigenen Inkretine GLP-1 und GIP kombiniert, könnten sich einige Diabetiker effektiver behandeln lassen, berichten Forscher um Professor Matthias Tschöp, Leiter des Instituts für Diabetes und Adipositas am Helmholtz Zentrum München.

Das Peptid habe eine verstärkte Insulinausschüttung zur Folge, der Blutzuckerspiegel werde gesenkt. Ein möglicher Zusatzeffekt sei, dass der Wirkstoff für ein größeres Sättigungsgefühl sorge und zum Abnehmen beitrage (Sci Transl Med 2013; 5: 209).

An Mäusen, Ratten und Affen sei das Peptid erfolgreich getestet worden, nun habe eine Studie gute Ergebnisse mit 53 Typ-2-Diabetikern erbracht.Basis der Therapie bilden die Inkretine. Diese Darmhormone sind dafür verantwortlich, dass nach der Aufnahme von Zucker vermehrt Insulin freigesetzt wird.

Bedeutsam sind vor allem die Inkretine GLP-1 und GIP.Bisherige Diabetes-Medikamente zielten vor allem auf das Hormon GLP-1 ab,. Mit dem neuen Wirkstoff werde auch das Potenzial von GIP genutzt, so die Forscher.

Das Peptid hat strukturelle Gemeinsamkeiten mit beiden Hormonen und dockt daher an den Bindestellen, den sogenannten Rezeptoren, für beide Botenstoffe an. "Von der Kombination erhoffen wir uns mehr Effektivität bei der Behandlung von Diabetes und eventuell auch bei Übergewicht", sagte Tschöp.

"Wir glauben aber, dass es kein einzelnes Medikament geben wird, das bei allen Diabetikern optimal wirkt. Deswegen arbeiten wir an einer Reihe von maßgeschneiderten Kombinationen für eine personalisierte Vorbeugung und Therapie des Diabetes."

In einer Studie zusammen mit Forschern um Richard DiMarchi von der Indiana University in Bloomington (USA) wurde 53 übergewichtigen Typ-2-Diabetikern das Mittel sechs Wochen lang gespritzt. Verglichen mit einer unbehandelten Kontrollgruppe schütteten sie mehr Insulin aus und hatten bessere Blutzuckerwerte.

Zwar sei manchen Probanden übel geworden, die Nebenwirkung sei aber schwächer ausgefallen als bei bisherigen auf Darmhormonen basierenden Medikamenten, schreiben die Forscher. Auch ein Gewichtsverlust sei registriert worden, die Studiendauer von sechs Wochen sei aber zu kurz für gesicherte Aussagen dazu.

Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) sieht die Ergebnisse als interessanten neuen Ansatz. Es seien aber weitere Studien nötig, sagte der DDG-Sprecher Andreas Fritsche. "In Zukunft muss, wie bei jedem neuen Medikament, geprüft werden, ob das Neue den Etablierten überlegen ist und idealerweise auch weniger Nebenwirkungen hat." (dpa)

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