Ärzte Zeitung, 28.01.2015

Kommentar zu Bauchspeicheldrüsen-Krebs

Prävention von Pankreas-Ca?

Von Robert Bublak

Typ-2-Diabetes gilt als gesicherter Risikofaktor, an einem Krebs der Bauchspeicheldrüse zu erkranken. Allerdings ist der Diabetes bei nicht wenigen Patienten eher als Folge denn als Ursache der Tumorerkrankung anzusehen. Das Stichwort lautet "Rückwärtskausalität".

Biologisch ist es freilich plausibel, der mit der Störung des Glukosemetabolismus einhergehenden Hyperglykämie und Hyperinsulinämie eine onkogenetische Wirkung zuzuschreiben.

Unterstützt wird dieses Konzept nun von den Resultaten einer Studie, in der bereits prädiabetische Konzentrationen der Blutglukose - also etwa Nüchternwerte zwischen 100 und 126 mg/dl - ein erhöhtes Krebsrisiko für das Pankreas anzeigten.

Der Kurvenverlauf legt sogar einen linearen Zusammenhang zwischen steigender Blutglukose und erhöhter Karzinominzidenz nahe, der bereits bei Glukosespiegeln um 70 mg/dl seinen Anfang nimmt. Ein Schwellenwert ist dabei nicht zu erkennen.

So unerfreulich das zunächst klingt, enthält es womöglich auch eine gute Nachricht. Denn ein Prädiabetes lässt sich durch Änderungen des Lebensstils beeinflussen.

Zu den vielen Vorteilen eines verbesserten Zuckerstoffwechsels könnte sich damit ein weiterer gesellen: die Prävention von Pankreaskrebs.

Lesen Sie dazu auch:
Pankreas-Krebs: Hoher Blutzuckerspiegel, hohes Risiko

[28.01.2015, 10:42:20]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Pankreaserkrankungen führen zu Pankreas-Erkrankungen?
Ich weiß, es klingt provozierend: Aber die BMJ-Publikation von Wei-Chih Liao et al. mit dem Titel "Blood glucose concentration and risk of pancreatic cancer: systematic review and dose-response meta-analysis" belegt doch nur, dass eine gestörte Pankreas-Homöostase mit präklinisch oder klinisch gestörter Glucose-Toleranz zu einer relativen Risikoerhöhung für das Auftreten eine Pankreaskarzinoms führt.

Das wäre nur dann echt überraschend, wenn eine labile Hypertonie n i c h t häufiger irgendwann zu hypertensiver Herzkrankheit, KHK, und akutem Koronarsyndrom führen würde, als eine dauerhafte RR-Normotonie. Außerdem müssten dann nicht möglichst optimale Blutzuckereinstellungen und der Norm nahe HbA1c auch zu einer Reduktion des Pankreaskarzinom-Risikos führen können?

Mf+kG, Dr. med. Thomas Schätzler, FAfAM Dortmund
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