Ärzte Zeitung, 01.09.2015

Studie

Diabetes verlängert Klinikbesuch um zwei Tage

BERLIN. Diabetes mellitus verlängert die Liegezeiten bei einem Klinikaufenthalt im Schnitt um fast zwei Tage- und erhöht damit die Behandlungskosten.

Dies teilt die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) mit und bezieht sich auf eine Studie, die von der American Diabetes Association vorgestellt wurde und in Kürze veröffentlicht werden soll.

Im Fokus standen 9.995 Diabetespatienten in Kalifornien. Während Patienten mit normalen Blutzuckerwerten die Klinik bereits nach 5,74 Tagen verlassen konnten, waren es bei Patienten mit erhöhtem Blutzucker 8,5 Tage.

Die durchschnittlichen Behandlungskosten stiegen von 13.896 auf 16.382 US-Dollar - ein Plus von 17 Prozent. In Deutschland werden jährlich etwa 2,1 Millionen Diabetespatienten im Krankenhaus behandelt.

"Eine Mitbehandlung der Stoffwechselstörung ist sinnvoll, denn erhöhte Blutzuckerwerte begünstigen Komplikationen wie Wundheilungsstörungen, Nierenversagen oder Lungenentzündungen", sagt Professor Baptist Gallwitz, Präsident der DDG.

Experten schätzen, dass mindestens zehn Prozent aller Eingewiesenen gar nicht wissen, dass sie an Diabetes erkrankt sind, sagt die DDG.

Sie fordert daher entsprechende Versorgungsstrukturen in Kliniken mit diabetologisch geschulten Personal. (jk)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Neuroprothese lässt Gelähmten wieder zugreifen

Eine Neuroprothese ermöglicht einem Tetraplegiker, mit einer Gabel zu essen. Sein Hirn wird dabei per Kabel mit Muskeln in Arm, Hand und Schulter verbunden. mehr »

Mord und Totschlag in deutschen Kliniken?

Eine umstrittene Studie zu lebensbeendenden Maßnahmen in Kliniken und Pflegeheimen erhitzt die Gemüter. mehr »

KBV und Psychotherapeuten kritisieren Honorarbeschluss

BERLIN. Der erweiterte Bewertungsausschuss hat am Mittwochnachmittag gegen die Stimmen der KBV einen Beschluss zur Vergütung der neuen psychotherapeutischen Leistungen gefasst. mehr »