Ärzte Zeitung, 19.05.2016

Kommentar zu Atemwegserkrankungen bei Babys

Gegen Diabetes impfen?

Von Beate Schumacher

Wenn es um die Eindämmung von Diabetes geht, ist in aller Regel der Typ-2-Diabetes gemeint. Steigende Inzidenzen sind aber nicht nur dort ein Problem: Seit Ende der 1980er-Jahre geht auch die Zahl der Typ-1Erkrankungen stetig nach oben. Anders als beim Typ 2 sind die Ursachen dafür weitgehend unbekannt. Vorbeugen ist daher nicht möglich.

Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums München haben nun Hinweise auf einen möglichen Pathomechanismus gefunden: Sie haben festgestellt, dass Kinder, die in den ersten sechs Lebensmonaten an viralen Atemwegsinfekten leiden, gehäuft einen Typ-1-Diabetes entwickeln. Bei entsprechender genetischer Prädisposition könnten Viren demnach als Trigger für die Autoimmunerkrankung wirken.

Ob Virusinfektionen tatsächlich die Ursache oder aber nur die Folge einer gestörten Immunantwort sind, muss nun geklärt werden. Die Antwort kann das Zusammenspiel von Genetik und Umweltfaktoren beim Typ-1-Diabetes erhellen. Sie könnte aber vor allem ein erster Schritt sein, das Auftreten der Autoimmunkrankheit zu verhindern. Sollten Viren tatsächlich eine kausale Rolle haben, wäre es theoretisch möglich, Kinder mit hohem genetischem Risiko durch Schutzimpfungen vor einem Typ-1-Diabetes zu bewahren.

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Erste sechs Lebensmonate entscheidend: Atemwegsinfekten folgt oft der Diabetes

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