Ärzte Zeitung, 07.09.2004

Auch geringgradige Psoriasis belastet Patienten

Ziel der Therapie sollte auch eine Verbesserung der Lebensqualität sein / Umfrage des Deutschen Psoriasis Bundes

MÜNCHEN (sto). Eine Psoriasis belastet die betroffenen Patienten auch dann ganz erheblich im Alltag, wenn die Erkrankung von ihnen selbst als nur geringgradig eingestuft wird. Das hat jetzt eine Umfrage des Deutschen Psoriasis Bundes ergeben, bei der 3753 Mitglieder geantwortet haben.

Weniger als ein Drittel der Patienten erklärten, sie fühlten sich durch die Erkrankung im Alltag nur gering belastet. 45 Prozent gaben an, sie empfänden ihre Alltagsbelastung als "problematisch" und ein Viertel fühlte sich durch die Hauterkrankung "stark belastet". Bei der Hälfte der Studienteilnehmer lag eine leichte, bei etwa 35 Prozent eine mittelschwere und bei 15 Prozent eine schwere Psoriasis vor, berichtete der Psychotherapeut Professor Gerhard Schmid-Ott von der Medizinischen Hochschule Hannover bei einem Dermatologen-Kongreß in München.

Dabei seien die Belastungen bei Patienten mit Psoriasis ebenso groß wie bei Patienten mit Neurodermitis, sagte Schmid-Ott bei der vom Unternehmen Serono organisierten Veranstaltung. Das habe eine weitere Studie mit jeweils 74 stationären Psoriasis- und Neurodermitis-Patienten ergeben, deren Lebensqualität miteinander jeweils verglichen wurde. In beiden Gruppen war die Einschränkung der Lebensqualität nicht unterschiedlich, berichtete Schmid-Ott. Auch das mit der Hauterkrankung verbundene Stigmatisierungsgefühl sei bei beiden Gruppen ähnlich.

Ziel einer Behandlung sollte des-halb nicht zuletzt auch eine Verbes-serung der Lebensqualität sein, meinte der Dermatologe Professor Matthias Augustin vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. In vielen Untersuchungen seien bei Patienten mit Psoriasis erwartungsgemäß deutliche Einbußen der Lebensqualität im Vergleich zu Gesunden gefunden worden. Angesichts des hohen Leidensdrucks und erheblicher Einbußen bei der Lebensqualität sei eine qualifizierte und konsequente Therapie mehr als gerechtfertigt, betonte Augustin. Dies um so mehr, als die Krankheit für die Patienten auch mit erheblichen Kostenbelastungen durch Selbstbeteiligungen und selbst finanzierte Therapien verbunden ist, sagte der Hamburger Dermatologe.

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