Ärzte Zeitung, 23.08.2004

Minoxidil erhöht Haardichte bei Frauen anhaltend

BERLIN (gvg). Durch lokale Therapie mit zweiprozentiger Minoxidil-Lösung kann bei Frauen mit androgenetischer Alopezie die Zahl der Terminalhaare erhöht, das Aussehen subjektiv verbessert werden. In einer neuen Studie hielt die Wirkung auch nach 48 Wochen an.

An der Studie, über die Professor Wolfram Sterry von der Charité in Berlin berichtete, hatten insgesamt 381 Frauen teilgenommen. Bei ihnen wurde 48 Wochen lang entweder zweiprozentige oder fünfprozentige Minoxidil-Lösung oder Placebo-Lösung auf die betroffenen Regionen der Kopfhaut aufgetragen.

"Bereits nach acht Wochen Behandlung sahen die Kollegen einen deutlichen Unterschied im Haarwachstum zwischen den behandelten Gruppen und der Placebogruppe", so Sterry bei der Internationalen Konferenz der Haarforscher in Berlin. Auch nach 22 und 48 Wochen schnitten die behandelten Frauen bei Haarzählungen in den Minoxidil-Gruppen signifikant besser ab als die mit Placebo.

Zwar gab es leichte Vorteile für die in Deutschland nicht zugelassene fünfprozentige Lösung, doch Sterry hält das für marginal: "Die zweiprozentige Lösung hat bei Frauen einen ähnlichen Effekt wie die höherprozentige", so der Dermatologe bei der Veranstaltung von Pfizer.

Auch das Aussehen besserte sich: Sieben von zehn mit Minoxidil behandelten Frauen waren nach 22 Wochen überzeugt, daß sich ihr Erscheinungsbild verbessert habe. Mit Placebo war das nur bei zwei von zehn Frauen der Fall.

Die von Männern bekannte androgenetische Alopezie gehört auch bei Frauen zu den wichtigsten Formen des Haarausfalls. Zweiprozentige Minoxidil-Lösung (Regaine® Frauen) ist in vielen anderen Ländern seit Jahren bei Frauen zugelassen. Seit einigen Monaten steht die Substanz auch in Deutschland zur Verfügung.

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