Ärzte Zeitung, 27.08.2004

Polymilchsäure glättet Falten im Gesicht

Kristalle werden injiziert

DARMSTADT (hsr). Immer mehr Frauen - zunehmend aber auch Männer - wünschen sich eine Korrektur altersbedingter Veränderungen der Haut. Faltenbehandlungen im Gesicht sind dabei voll im Trend, sagt die Dermatologin Dr. Alina Fratila aus Bonn.

Den Ergebnissen einer Emnid-Umfrage zufolge gehört die Beseitigung von Falten mit 18 Prozent nach dem Fettabsaugen mit 52 und Brustoperationen mit 32 Prozent zu den häufigsten kosmetischen Eingriffen. Zudem sehen 89 Prozent der bundesdeutschen Frauen - das legen ebenfalls Befragungen nahe - Schönheit und Erfolg eng miteinander verknüpft.

Bestätigt wird diese Einschätzung durch US-Untersuchungen: Danach sind 93 Prozent von 1300 Personalchefs davon überzeugt, daß schöne Menschen schneller einen Job finden als weniger gut aussehende. Sie werden darüber hinaus für intelligenter, sympathischer und leistungsfähiger gehalten, was ihnen bei gleicher Qualifikation immerhin fünf Prozent mehr Verdienst einbringt.

Als eine mögliche Option wurde bei einem vom Unternehmen Aventis veranstalteten Workshop in Darmstadt die Therapie mit Polymilchsäure vorgestellt. Die Substanz wird von dem Unternehmen als NewFill® angeboten. Die unter die Haut injizierten Kristalle fördern innerhalb von vier bis sechs Wochen die Bildung eines Kollagenkomplexes, wodurch die Falten konstant aufgepolstert werden.

"Die Polymilchsäure ist aber mehr als nur ein Faltenfüller", berichtete Dr. Christiane Gutsche aus Krefeld. Auch Patienten mit idiopathischer Lipodystrophie, bei denen sich das Wangenfett auflöst, profitierten von dieser Behandlung. Als Beispiel nannte Gutsche positive Erfahrungen bei HIV-Patienten, bei denen Virustatika oft Hohlwangen verursachten. Polymilchsäure kombiniert mit Eigenfett baue das Gewebe wieder auf und konturiere die Wangen neu.

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