Ärzte Zeitung, 26.10.2004

TNF-α-Blocker bei Plaques-Psoriasis zugelassen

Etanercept lindert mittelschwere und schwere Symptomen /  Starke Verbesserung bei jedem zweiten Patienten

PARIS (hsr). Psoriasis-Patienten können nun doppelt von der Therapie mit Etanercept profitieren: Zusätzlich zur bereits bestehenden Zulassung bei Psoriasis-Arthritis ist der TNF-alpha-Blocker jetzt auch bei mittelschwerer bis schwerer Plaques-Psoriasis zugelassen.

Krankhaft erhöhte Spiegel von Tumor-Nekrose-Faktor (TNF)-alpha verursachen bei Patienten mit Schuppenflechte die Hyperproliferation der Keratinozyten und so die Entstehung von Plaques, wie Professor Wolf-Henning Boehncke aus Frankfurt am Main berichtet hat. Mit Etanercept (Enbrel®) wird der zentrale Immun-Botenstoff (TNF)-alpha neutralisiert, hat der Dermatologe beim 1. Europäischen Psoriasis-Kongreß in Paris berichtet.

Die Wirksamkeit des Biologicals bei mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis wurde in mehreren Placebo-kontrollierten Studien belegt, wie Boehncke auf einer Pressekonferenz des Unternehmens Wyeth gesagt hat.

An einer Studie über 24 Wochen haben 672 dieser Psoriatiker teilgenommen, die auf andere systemische Therapien etwa mit Ciclosporin, Methotrexat oder PUVA vorher nicht angesprochen hatten oder diese nicht vertrugen. Sie wurden entweder einmal oder zweimal wöchentlich mit 25 mg oder zweimal die Woche mit 50 mg Etanercept behandelt. Die vierte Gruppe erhielt zwölf Wochen Placebo, dann zweimal wöchentlich 25 mg der Substanz.

Ergebnis: Nach drei Monaten erreichten 14 Prozent bei niedriger, 34 Prozent bei mittlerer und 49 Prozent bei hoher Dosis, aber nur vier Prozent der Patienten mit Placebo eine mindestens 75prozentige Verbesserung im Psoriasis Area and Severity Index (PASI 75). Nach einem halben Jahr lagen die PASI-75-Ansprechraten in den vier Therapiegruppen bei 25, 33, 44 und 59 Prozent.

Die Langzeitwirkung des Medikamentes ist durch Gewöhnungseffekte nicht eingeschränkt, betonte der Dermatologe. Sechs Monate später wurde durch Wiederbehandlung der PASI 75 je nach Gruppe fast identisch bei 19, 38, 49 und 58 Prozent der Patienten erreicht.

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