Ärzte Zeitung, 08.06.2005

Haut zum Sprühen schließt auch große Wunden

KASSEL (dpa). Mit einer Haut zum Aufsprühen wollen Ärzte eine Transplantation bei etlichen Operationen überflüssig machen. Die aus der Technik zur Behandlung bei schweren Verbrennungen entwickelte Methode wurde europaweit erstmalig im Kasseler Rot-Kreuz-Krankenhaus angewendet.

Ein Operationsteam aus Kassel sprüht einer Patientin eine Hautsuspension auf die Wunde am Bein. Foto: dpa

Chirurgen können damit direkt am Operationstisch Hautzellen aufarbeiten, um komplizierte Wunden abzudecken. "Mit dem neuen Verfahren ersparen wir den Patienten Schmerzen, Narbenbildung und Leiden", sagte Chefarzt Privatdozent Ernst Magnus Noah. Das Sprühverfahren sei auch in der ästhetischen Chirurgie verwendbar, so der Chirurg.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Methoden genügt ein briefmarkengroßes Stück Haut aus dem Operationsbereich, um damit bis zu handtellergroße Wunden zu behandeln. Dazu werden aus der entnommenen Haut gesunde Hautzellen gewonnen, in Suspension gelöst und auf die Wunde gesprüht, die anschließend schneller und ohne Narben und Verfärbungen verheilen soll.

Bisher war das Verfahren in Australien und Japan angewendet worden. Die in Australien und England entwickelte Technik eignet sich besonders für die Behandlung von Patienten mit Unfallwunden, für Patienten mit Verbrennungen und Verbrühungen sowie von Patienten mit Hautdefekten nach der Entfernung von Tumoren.

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