Ärzte Zeitung, 04.08.2005

UV-Strahlung fördert Bildung von Leberflecken

Mit der Zahl der Nävi steigt das Hautkrebsrisiko / Sonnenschutzmittel allein genügen nicht zur Prophylaxe

NEU-ISENBURG (gwa). Der wesentliche Umweltfaktor für die Entwicklung von Leberflecken bei Kindern ist offensichtlich die totale Dauer der Sonnenexposition und damit die kumulierte UV-Dosis. Dabei ist es egal, ob Kinder diese UV-Dosis in Deutschland oder im Urlaub in Ländern mit hohem UV-Index bekommen. Besonders hellhäutige Kinder, deren Eltern viele Leberflecken haben, brauchen effektiven Sonnenschutz. Sonnenschutzmittel allein reichen nicht.

So genau sollte es nicht sein: Ein Kleinkind sollte man nicht ohne Kleidung der Sonne aussetzen. Foto: Bilderbox

Bekannt ist, daß sich die meisten Leberflecken in der Kindheit bilden. Mit der Zahl der Leberflecken steigt das Risiko, im Erwachsenenalter Hautkrebs zu bekommen. Bisher galten vor allem Sonnenbrände in der Kindheit als Hauptfaktor, der Leberflecken begünstigt. Aber auch UV-Dosen, die keine Verbrennung auslösen, fördern die Entwicklung von Leberflecken. Und: Sonnenschutzmittel schützen nicht vor Leberflecken.

Das sind wichtige Ergebnisse einer prospektiven Studie über drei Jahre mit 1232 Kindern zwischen zwei und sieben Jahren. Dr. Jürgen Bauer von der Universitäts-Hautklinik Tübingen und seine Kollegen aus Tübingen und von der Universität Bochum zählten bei den Kindern zu Beginn der Studie die Leberflecken und stellten den Hauptyp fest.

Außerdem wurden die Eltern nach Sonnenbränden bei den Kindern, Freizeitaktivitäten wie Ballspiele, Schwimmen, Sonnenbaden und Urlauben gefragt und daraus Scores für die Sonnenexposition (Int J Cancer 115, 2005, 121) errechnet.

Ergebnis: Innerhalb von drei Jahren entwickelten sich bei den Kindern im Median 25 neue Leberflecke. Vor allem hellhäutige Kinder und solche mit vielen Sommersprossen waren betroffen. Die Art der UV-Strahlung (intermittierend hoch im Urlaub in Ländern mit hohem UV-Index oder chronisch-moderat in Deutschland) war nicht ausschlaggebend.

In einer Mitteilung des Universitätsklinikums Tübingen weist der Dermatologe darauf hin, daß Sonnenschutzmittel zwar das Risiko von Sonnenbränden und anderen meist nichttödlichen Hautkrebsarten reduzieren. Sonnencreme allein könne jedoch nicht vor Leberflecken schützen. Empfohlen werden zusätzlich Sonnenabstinenz in der Mittagszeit sowie ein Hautschutz durch ausreichende Kleidung.

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