Ärzte Zeitung, 02.08.2006

Tips zur Therapie von Patienten mit Psoriasis

Behandlung mit Efalizumab sollte in stabiler Phase beginnen / Bei Aufflackern ist Zusatztherapie nötig

MÜNCHEN (wst). Bei Patienten mit Plaque-Psoriasis, die auf konventionelle systemische Therapien nicht befriedigend ansprechen oder diese nicht vertragen, lohnt sich ein Versuch mit dem Antikörper Efalizumab. Was es dabei zu beachten gilt - dazu gab es Tips bei der Fortbildungswoche für praktische Dermatologie und Venerologie in München.

Patient mit Psoriasis-Efflorenzen am ganzen Körper. Mit einer Antikörper-Therapie kann der Hautzustand deutlich verbessert werden. Foto: Serono

Efalizumab (Raptiva®) erzielt bei Patienten mit Plaque-Psoriasis und besonders auch bei Patienten mit einem pustulösen Befall von Handflächen und Fußsohlen überzeugende Behandlungserfolge. Das hat Dr. Nicole Selenko-Gebauer von der Uniklinik Wien bei einer von Serono unterstützten Veranstaltung gesagt.

Zusätzlich NSAR bei Psoriasis-Arthritis

Die Therapie mit dem monoklonalen Antikörper sollte aber in einer stabilen Phase der Erkrankung erfolgen. Denn während einer akuten Exazerbation erwarten die Patienten einen schnelleren Erfolg als ihn der Wirkstoff ermögliche. So sei bereits initial die Compliance gefährdet.

Wichtig sei zu wissen, daß der Antikörper keine Wirkung auf eine begleitende Psoriasis-Arthritis hat. Davon betroffene Patienten benötigten entweder zusätzlich ein NSAR oder alternativ ein Biological, das auch gegen die Gelenkbeschwerden wirkt. Ob eine Dauertherapie mit dem Antikörper in Frage kommt, entscheidet sich in den ersten zwölf Wochen. Bessert sich der Hautbefund in dieser Zeit, kann der Erfolg mit der Dauer der Therapie sogar weiter zunehmen.

Eine nach zwölf Wochen ergebnislose Therapie sei dagegen ein ausreichender Indikator für ein Nicht-Ansprechen und rechtfertige den Abbruch, so Selenko-Gebauer. Und: Sechs bis acht Prozent aller mit dem Antikörper behandelten Psoriasis-Patienten seien "inflammatorische Nonresponder".

Das sind Patienten, bei denen die entzündlichen Hauterscheinungen unter der initialen Therapie stärker statt schwächer werden, erklärte die Dermatologin. Bei einer derart paradoxen Entwicklung sollte das Präparat bereits nach spätestens acht Wochen abgesetzt werden.

Auslaßversuche gefährden Langzeitansprechen

Ein Aufflackern der Erkrankung unter Efalizumab nach primärem Ansprechen sei aber kein Grund, das Mittel umgehend abzusetzen, betonte Selenko-Gebauer. Vielmehr sollten diese Patienten für einige Zeit Zusatztherapien bekommen. Eine Option sei etwa 15 bis 20 mg Methotrexat pro Woche für vier bis sechs Wochen oder eine forcierte stationäre Lokaltherapie.

Selenko-Gebauer warnte davor, ein gutes Langzeitansprechen mit dem Antikörper durch Versuche zu gefährden, die empfohlene Dosierung (subkutan 1 mg/kg KG) oder Applikationsintervalle (wöchentlich) zu strecken. Denn dann sei mit einer schubartigen Verschlechterung des Hautzustandes zu rechnen.

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