Ärzte Zeitung, 16.05.2007

Finasterid kräftigt schütteres Haupthaar sichtbar

Die Behandlung eignet sich vor allem für jüngere Männer mit beginnender androgenetischer Alopezie

DRESDEN (grue). Bei Männern zwischen 20 und 40 wirkt eine mehrjährige Finasterid-Behandlung einer androgenetischen Alopezie entgegen. Der Haarausfall kommt zum Stillstand, die Haare werden wieder kräftiger.

In Dresden hat Professor Hans Wolff eine kontrollierte Studie zu Finasterid 1mg (Propecia®) vorgestellt. 22 jüngere Männer mit leichter bis mittelschwerer androgenetischer Alopezie erhielten für insgesamt vier Jahre Finasterid oder Placebo, so der Arzt aus München bei einer Veranstaltung des Unternehmens MSD.

In regelmäßigen Abständen wurde das Haar in einem definierten Areal abgeschnitten und gewogen. In der Verumgruppe hatte das Haargewicht um durchschnittlich 22 Prozent zugenommen. In der Placebogruppe jedoch war es um 25 Prozent gesunken. "Finasterid kräftigt sichtbar das Haupthaar. Mit Placebo dagegen wird es innerhalb weniger Jahre immer schütterer", sagte Wolff. Außerdem wachsen mit Finasterid neue Haare: Der Netto-Zuwachs beträgt in vier Jahren sieben Prozent, wogegen es mit Placebo zu einem Verlust von 13 Prozent kommt.

Das entspricht einer Langzeitstudie, wonach sich mit Finasterid der Haarschopf verdichtet. "Am besten funktioniert das, wenn die Haare zu Beginn noch relativ kräftig sind", sagte Wolff. "Deshalb sollte die Behandlung möglichst früh erfolgen." Bei Älteren lasse sich zumindest der Haarausfall bremsen.

Als Höchstgrenze für den Therapie-Einstieg nannte Wolff etwa 60 Jahre. In diesem Alter können sich die meisten Männer mit einer Glatze arrangieren, wogegen jungen Männern Haarausfall oft erheblich zu schaffen macht. "Für sie gibt es jetzt über die kritische Zeitspanne von vielleicht zehn Jahren eine Therapie", sagte der Dermatologe. Die Rate der Nebenwirkungen beträgt zwei bis vier Prozent, wobei Libido- und Potenzstörungen am häufigsten sind. Wenn sie in den ersten acht Wochen nicht auftreten, seien auch im weiteren Verlauf keine therapiebedingten Sexualprobleme zu befürchten.

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