Ärzte Zeitung online, 13.10.2008

Neues Haarausfall-Gen entdeckt - Vererbung über Mutter oder Vater

BONN (dpa). Wissenschaftler der Universitäten Bonn und Düsseldorf haben ein weiteres Haarausfall-Gen entdeckt. Das Gen könne sowohl von der Mutter als auch vom Vater weitervererbt werden, berichtete die Universität Bonn. Damit ließen sich nun auch Ähnlichkeiten beim Haarwuchs von Vätern und Söhnen erklären.

Vor drei Jahren hatten die Wissenschaftler ein erstes Haarausfall-Gen identifiziert, das nur über die Mutter vererbt wird - und den Haarwuchs eines Mannes oft nach dem seines Großvaters mütterlicherseits geraten lässt. Das nun entdeckte Gen erklärt dagegen ähnliche Behaarungen bei Vater und Sohn. Parallel zu den deutschen Forschern waren auch britische Wissenschaftler auf die Erbgut-Region gestoßen. Die Ergebnisse beider Gruppen wurden im britischen Fachmagazin "Nature Genetics" (online vorab veröffentlicht) veröffentlicht.

Die Bonner Forscher um Dr. Axel Hillmer hatten den Angaben nach mehr als 500 000 Stellen im menschlichen Erbgut untersucht. Dabei stießen sie auf eine Genvariante, die bei kahlköpfigen Männern deutlich häufiger vorkommt. Es ist nach Darstellung der Forscher erst die zweite Erbgut-Region, die zweifelsfrei mit dem vorzeitigen Haarverlust in Verbindung gebracht werden kann.

Sie wollen nun herauszufinden, welche Funktion das betroffene Gen beim Haarwachstum übernimmt. Erst dann lasse sich abschätzen, ob sich neue Möglichkeiten für Therapien ergeben. Die Wissenschaftler vermuten, dass für die frühe Glatze noch weitere Gene verantwortlich sind.

Abstract der Studie "Susceptibility variants for male-pattern baldness on chromosome 20p11" in Nature Genetics (Hillmer-Gruppe)

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