Ärzte Zeitung, 23.01.2009

Neues Psoriasis-Medikament ist jetzt verfügbar

Das Biological Ustekinumab wirkt nach einem neuen Prinzip / Injektionen alle zwölf Wochen genügen zur Erhaltungstherapie

NEUSS (ars). Der Wirkstoff Ustekinumab ist jetzt als Medikament auf dem Markt verfügbar. Es ist das erste einer neuen Klasse biotechnologisch hergestellter Arzneimittel für die Behandlung bei mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis.

Die EMEA hat Ustekinumab (StelaraTM) zugelassen für Erwachsene, die auf andere systemische Therapien einschließlich Ciclosporin, Methotrexat und PUVA nicht angesprochen haben, sie nicht vertragen oder bei denen dafür eine Kontraindikation vorliegt. Ein wesentlicher Vorteil von Ustekinumab bestehe darin, dass nur wenige Injektionen und Kontrolluntersuchungen notwendig seien, wie das Unternehmen Janssen-Cilag mitteilt.

Die Zulassung von Ustekinumab basiert auf zwei großen placebokontrollierten Phase-III-Studien. In PHOENIX 1 wurden 766 Patienten mit mäßiger bis schwerer Psoriasis behandelt, in PHOENIX 2 waren es 1230 Patienten. Primärer Endpunkt in beiden Studien war der Anteil derjenigen Patienten, die in Woche 12 eine Reduktion der Psoriasis von mindestens 75 Prozent auf dem Psoriasis Area and Severity Index (PASI) erreichten.

Dieses Kriterium erfüllten in beiden Studien zwei Drittel der Patienten mit der Dosierung 45 mg Ustekinumab. Mit der Dosis 90 mg waren es in PHOENIX 1 66 Prozent und 76 Prozent in PHOENIX 2. Die Zahlen mit Placebo: 3,1 und 3,7 Prozent. Die Patienten mit Verum hatten bis dahin nur zwei Dosierungen erhalten, und zwar in Woche 0 und 4. Das Langzeit-Ansprechen in Woche 40 erreichten in PHOENIX 1 150 Patienten der 45-mg-Gruppe und 172 Patienten der 90-mg-Gruppe. Die Therapie wurde gut vertragen. Zur Erhaltungstherapie genügten Injektionen alle zwölf Wochen

Der humane monoklonale Antikörper Ustekinumab ist auf das neue Pathogenese-Konzept der Psoriasis abgestimmt: Demnach liegt dieser Hauterkrankung eine fehlgeleitete Abwehr von Bakterien zugrunde. Vermittelt wird die Störung durch das angeborene Immunsystem, das die Interleukine 12 und 23 freisetzt. Die wiederum regen Keratinozyten zur Bildung antimikrobieller Peptide ("natürliche Antibiotika") an und bewirken die Hyperplasie des Epithels.

Ustekinumab ist gegen die p40-Untereinheit gerichtet, aus der sowohl IL-12 als auch IL-23 aufgebaut sind. Die so blockierten Interleukine nicht mehr an ihren Rezeptor an der Zelle binden können.

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