Ärzte Zeitung online, 23.10.2009

Apotheker warnen vor neuer Neurodermitis-Salbe

HAMBURG/BERLIN (dpa). Deutsche Apotheker warnen vor der angeblich fast nebenwirkungsfreien Salbe Regividerm, die gegen die Hautkrankheiten Neurodermitis und Schuppenflechte helfen soll. "Bei diesem Präparat sind noch viele Fragen offen. Bislang sind nur wenige Daten veröffentlicht, es besteht weiterer Forschungsbedarf", sagte Harmut Morck von der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) am Freitag.

Wer die Creme ausprobiere, sollte das nicht ohne Rücksprache mit einem Experten tun. Patienten, die an Hautkrankheiten leiden, sollten ihre Therapie jetzt auch nicht ohne Rücksprache mit dem Arzt ändern.

Medienberichte über die Salbe hatten einen Ansturm in deutschen Apotheken ausgelöst. Die Salbe aus Vitamin B12 und Avocadoöl soll jedoch erst Mitte November die Marktzulassung erhalten. Deshalb ist das Produkt auch noch nicht in Apotheken verfügbar.

Die Ursachen für Neurodermitis sind nicht ganz erforscht, die Volkskrankheit ist nicht heilbar und trifft viele Kinder. Etwa sechs Millionen Menschen in Deutschland leiden unter Neurodermitis, zwei Millionen unter Schuppenflechte.    

Zur Pressemitteilung der ABDA

Lesen Sie dazu auch:
Selbsthilfe-Vereinigungen protestieren gegen ARD-Film zu neuer Hautsalbe

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Luftschadstoffe beeinträchtigen viele Organsysteme

Die Lunge gilt zwar als Eintrittspforte für Schadstoffe aus der Luft, kurz- und langfristige Gesundheitsschäden scheinen jedoch vor allem im Herzkreislaufsystem aufzutreten. mehr »

Für die Union ist Substitution von Ärzten kein Tabu

Nichtärztliche Gesundheitsberufe sollen stärker in die Versorgung eingebunden werden, fordert die Union. Ärztepräsident Montgomery benennt die Fallstricke für solche Pläne. mehr »

Frühe ART wirkt protektiv

Die frühe antiretrovirale Therapie (ART) schützt HIV-Patienten vor schweren bakteriellen Infektionen. mehr »