Ärzte Zeitung online, 12.08.2010

Bei Männern geht Psoriasis gehäuft mit Osteoporose einher

WIESBADEN (ars). Bei Männern mit Psoriasis besteht eine gehäufte Komorbidität mit Osteoporose, nicht aber bei Frauen mit dieser Hauterkrankung.

Psoriasis wird heute als chronische Entzündung aufgefasst. Daher wird ein Zusammenhang zu vielen anderen chronischen Erkrankungen vermutet, für die die gleichen Faktoren bedeutsam sind, wie Professor Ulrich Mrowietz beim Derma Update in Wiesbaden erläuterte.

Osteoporose wiederum kommt bei Krankheiten wie rheumatoider Arthritis, COPD und Multipler Sklerose vermehrt vor. Daher bestand die Vermutung, dass die Knochenerkrankung auch bei Patienten mit Psoriasis gehäuft auftreten könnte, berichtete der Dermatologe von der Universität Kiel.

Für ihre Untersuchung haben Dr. Jacob Dreiher und Kollegen die Clalit-Datenbank der israelischen Gesundheitsbehörde genutzt und fast 8000 Psoriasis-Patienten mit knapp 15 000 Kontrollpersonen verglichen (J Invest Dermatol 2009; 129: 1643). Wegen der niedrigen Prävalenz der Osteoporose im jüngeren Lebensalter bezogen sie nur Teilnehmer zwischen 51 und 90 Jahren ein.

Wie sich herausstellte, ist das Risiko von männlichen Psoriasis-Patienten, an Osteoporose zu erkranken, um 70 Prozent erhöht. Bei Frauen ließ sich kein solcher Zusammenhang ermitteln. Die Autoren verweisen darauf, dass nach neuen Forschungsergebnissen an der Entstehung der Osteoporose entzündliche Prozesse mitwirken, wie das ja für die Psoriasis schon länger nachgewiesen ist. So scheint bei beiden Krankheiten die Aktivierung des nukleären Faktors Kappa B und seines Aktivators TNF alpha bedeutsam zu sein.

Knochendichtemessung ist nur bei Verdacht indiziert

Die Studie könne als valide angesehen werden, da in der Clalit-Datenbank sehr viele Informationen mit guter Genauigkeit gespeichert seien, so Mrowietz. Sollten Ärzte nun aber als praktische Konsequenz bei allen Männern mit Psoriasis jenseits des 51. Lebensjahrs eine Knochendichtemessung veranlassen? Nein, sagte Mrowietz, für eine solche Empfehlung sei es noch zu früh. Eine Osteoporose-Diagnostik sei nur bei begründetem Verdacht gerechtfertigt.

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