Donnerstag, 2. Oktober 2014
Ärzte Zeitung, 14.02.2011

Gib dem Kind Propranolol - und das Hämangiom verschwindet wohl

Der Betablocker Propranolol ist eine geeignete, simple und effektive Therapieoption bei Kindern mit infantilem Hämangiom. Das hat eine Studie mit Säuglingen und Kleinkindern bestätigt.

Gib dem Kind Propranolol - und  das Hämangiom verschwindet wohl

Fotografisch dokumentierter Heilungsverlauf der Hämangiomtherapie mit Propranolol.

© Lisa Weibel / Springer Medizin

ZÜRICH (hub). Vier bis zehn Prozent der Neugeborenen haben Hämangiome. Zu mehr als 50 Prozent sind die Blutschwämmchen an Kopf und Hals lokalisiert. Betablocker sind bei komplizierten infantilen Hämangiomen (IH) eine vielversprechende Option.

Daten von insgesamt 25 Kindern im Alter von im Mittel knapp vier Monaten haben Dr. Lisa Weibel vom Uniklinikum Zürich und ihre Kollegen ausgewertet (Eur J Ped online). Alle Kinder hatten ein kompliziertes, proliferierendes IH. Sie wurden mit 2 mg/kg/d Propranolol - aufgeteilt auf drei Portionen - behandelt, wobei am ersten Tag mit 1 mg gestartet wurde. Fläche und Färbung wurden gemessen, bei bestimmten Formen auch die Dicke des Hämangioms. In den ersten drei Tagen wurden Vitalzeichen wie Herzfrequenz, Blutdruck und Sauerstoffsättigung bestimmt. 14 Kinder beendeten die Studie.

Binnen der mittleren Therapiedauer von elf Monaten stoppte das IH-Wachstum bei allen Kindern rasch. Fläche, Farbe und Dicke der Blutschwämmchen nahmen kontinuierlich ab. In der Publikation wird dies anhand einer Serie aus sechs Fotos von acht der Patienten eindrucksvoll verdeutlicht.

Grundsätzlich wurde die Therapie gut vertragen. Zu Beginn hatten vier Kinder eine nächtliche Bradykardie, die selbst limitierend war und keine Intervention erforderte. Andere Vitalzeichen waren nicht beeinflusst. Die Schweizer Ärzte empfehlen Propranolol daher zur First-Line-Therapie von Patienten mit infantilen Hämangiomen.

|

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Top-Meldungen

Erhöhtes Alzheimer-Risiko: Benzodiazepine unter Verdacht

Wer Benzodiazepine einnimmt, könnte damit sein Risiko für Alzheimer erhöhen. Neue Daten legen einen kausalen Zusammenhang nahe. mehr »

Infizierter in Texas: Ebola in USA!

16:17 Ebola-Alarm in USA: Erstmals ist eine Infektion mit dem Virus außerhalb von Afrika diagnostiziert worden. Der Patient wird in einem Krankenhaus in Texas behandelt. Er sei vor Tagen ohne Ebola-Symptome eingereist. Ob er weitere Menschen angesteckt hat, ist noch unklar. Die CDC sieht keine Gefahr für die mitgereisten Passagiere. mehr »

DGU-Präsident im Interview: "Müssen uns frei machen von alten Gewohnheiten"

Die Urologie steht vor einer spannenden Zukunft: Weil die Menschen immer älter werden, wird der Versorgungsbedarf krass steigen, sagt DGU-Präsident Professor Fichtner im Interview mit der "Ärzte Zeitung". Der demografische Wandel ist Leitgedanke des heute startenden Urologen-Kongresses. mehr »