Ärzte Zeitung online, 29.07.2011

Unterdruck-Wundtherapie wird jetzt in kontrollierten Studien geprüft

WITTEN (eb). Wie schneidet die Unterdruck-Wundtherapie im Vergleich zur Standard-Wundtherapie ab? Das wird jetzt in zwei kontrollierten Studien geprüft.

Der Verband der Ersatzkassen, der AOK-Bundesverband und die Knappschaft haben gemeinsam zwei nationale Studien zur Unterdruck-Wundtherapie initiiert, teilt die Universität Witten/Herdecke mit.

Ab dem 1. Oktober können bis zu 7000 Versicherte mit dieser neuen Therapie im Rahmen der klinischen Studien beziehungsweise eines Vertrages zur Integrierten Versorgung behandelt werden.

Die Unterdruck-Wundtherapie ist eine vielversprechende Alternative zur modernen Standard-Wundtherapie. Ihr Nutzen sei jedoch noch nicht ausreichend in Studien untersucht.

Aus diesem Grund hätten sich die Krankenkassenverbände der Ersatzkassen, der AOK und der Knappschaft im vergangenen Jahr dazu entschlossen, diese Studien auszuschreiben.

Mit dem Institut für Forschung in der Operativen Medizin (IFOM) der Universität Witten/Herdecke, den Gesundheitsforen Leipzig und den beiden Herstellern von Unterdruck-Wundsystemen Smith&Nephew und KCI habe ein schlagkräftiges Team für das Gelingen dieser Studie gewonnen werden können, heißt es in der Mitteilung der Uni.

Operativ verantwortlich für die wissenschaftliche Konzeption, die Auswertung sowie die Berichterstattung und Publikation der Studienergebnisse sei das Zentrum für Klinische Studien und Innovation des IFOM.

Studien bei Fußulzera und komplizierten Op-Wunden

Die erste kontrollierte Studie vergleicht Unterdruck-Wundtherapie und Standard-Wundtherapie bei diabetischen Fußulzera. Bei der zweiten Studie handelt es sich um eine randomisierte kontrollierte klinische Studie bei iatrogenen subkutanen abdominellen Wundheilungsstörungen nach chirurgischem Eingriff. Auch hier werden Unterdruck-Wundtherapie und Standard-Wundtherapie verglichen.

Ziel der Studien sei es, den Nutzen, die medizinische Notwendigkeit und die Wirtschaftlichkeit der Unterdruck-Wundtherapie besonders im Rahmen der vertragsärztlichen Versorgung zu überprüfen, berichtet die Uni Witten/Herdecke. Ein besonderes Augenmerk liege dabei auf der sektorenübergreifenden und ambulanten Therapie.

Mit der Vergabe der Studie erfüllten die gesetzlichen Krankenkassen zudem die Anforderungen des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA). Dieser hatte nach einem Abschlussbericht des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), in dem auf die unzureichende Studienlage hingewiesen wurde, weitere Studienergebnisse gefordert.

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