Ärzte Zeitung online, 16.08.2011

Psoriasis schlägt auf Herz und Gefäße

Psoriasis ist nicht nur eine Hautkrankheit, sondern auch ein kardiovaskuläres Warnzeichen: Wer unter Schuppenflechte leidet, hat anscheinend auch ein erhöhtes Risiko für Komplikationen wie Vorhofflimmern und Schlaganfall, wie dänische Forscher herausfanden.

Psoriasis - ein kardiovaskulärer Risikofaktor

Nicht nur Hautveränderung - Psoriasis ist auch ein kardiovaskulärer Risikofaktor,

© Farina3000 / fotolia.com

KOPENHAGEN (ob). Dänemark verfügt über ein umfangreiches nationales Register, das Gesundheitsdaten der gesamten Bevölkerung erfasst. Diese gewaltige Datensammlung bietet eine reizvolle Basis für Forscher, die nach möglichen Verknüpfungen und Assoziationen von Erkrankungen suchen, die auf den ersten Blick in keinem Zusammenhang zu stehen scheinen.

Entzündliche Prozesse als mögliches Bindeglied

Auch die Arbeitsgruppe um Dr. Ole Ahlshoff aus Kopenhagen hat sich in einer Studie auf die Suche gemacht (Eur Heart J. 2011; online publiziert am 12. August). Deren Ausgangspunkt bildete folgende Hypothese: Da Psoriasis ist eine chronische entzündliche Erkrankung ist und inflammatorische Prozesse auch bei Vorhofflimmern und ischämischem Schlaganfall von pathogenetischer Bedeutung sind, könnte eine Verbindung zwischen Haut- und Herz/Hirnerkrankung bestehen.

Ausgewertet wurden die zwischen 1997 und 2006 erfassten Daten von 36 765 Patienten mit milder Psoriasis und 2793 Patienten mit schwerer Schuppenflechte. Als Kontrollgruppe dienten mehr als 4,4 Millionen dänische Bürger ohne entsprechende Hautkrankheit.

Ergebnis: Psoriasis war tatsächlich mit einem erhöhten Risiko sowohl für Vorhofflimmern als auch ischämische Hirninsulte assoziiert. Dieses Risiko nahm mit dem Schweregrad der Hauterkrankung zu.

Auch das Alter der Patienten zu Studienbeginn erwies sich als relevanter Faktor. Bei jüngeren Patienten (Alter unter 50 Jahre) war das mit Psoriasis assoziierte Risiko für beide kardiovaskulären Ereignisse höher als bei älteren Patienten (Alter über 50 Jahre).

Engere Assoziation im jüngeren Lebensalter

So hatten unter 50-Jährige bei milder Psoriasis ein um 50 Prozent und bei schwerer Erkrankung ein dreifach höheres Risiko für Vorhofflimmern, Bei den über 50-Jährigen betrug die entsprechende Risikoerhöhung nur 16 respektive 29 Prozent.

Was folgt daraus? Nach Ansicht der Studienautoren erscheint es nach diesen Ergebnissen ratsam, bei Patienten mit Psoriasis das Augenmerk verstärkt auch auf mögliche kardiovaskuläre Risikofaktoren zu richten, um gegebenenfalls frühzeitig präventiv intervenieren zu können.

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