Ärzte Zeitung online, 15.09.2011

Hautausschlag bei 180 Schülern offenbar durch Raupen

Großalarm in der Helmholtzschule in Frankfurt/Main: Innerhalb weniger Stunden bekamen rund 180 Schüler einen stark juckenden Hautausschlag. Die Schulleitung informierte Gesundheitsamt und Feuerwehr und schloss zunächst die Schule. Offenbar sind Raupen des Eichenprozessionsspinners die Ursache.

Update: Hautausschlag bei 180 Schülern offenbar durch Raupen

Raupen des Eichenprozessionsspinners auf einem Baumstamm. © dpa

FRANKFURT / MAIN (eb). Die Ursache für den zunächst mysteriösen, stark juckenden Hautausschlag an der Frankfurter Helmholtzschule ist offenbar gefunden. Wie Schuldirektor Volker Dorsch der dpa mitteilte, wurden auf dem Schulgelände zwei Nester von Raupen des Eichenprozessionsspinners gefunden und beseitigt. Der Schulbetrieb wird am 15. September wieder aufgenommen.

Dr. Oswald Bellinger vom Gesundheitsamt teilte mit, dass die Symptome passten. Möglicherweise sei ein altes Nest vom Sturm herunter geweht, und die Schüler hätten mit den Nesselhaaren Kontakt gehabt.

Die Raupen des Eichenprozessionsspinners sind von Nesselhaaren bedeckt, die ein Gift enthalten und bei Kontakt einen stark juckenden Hautausschlag hervor rufen. Bei starkem Befall etwa in Wäldern kann es beim Einatmen der Nesselhaare zu Atemwegsproblemen kommen.

Probleme in der Schule begannen am Dienstagmorgen

Das spielte sich seit dem 13. September in dem Gymnasium ab: Gegen 8 Uhr morgens klagten die ersten Schüler einer fünften Klasse des Gymnasiums über Hautausschlag mit starkem Juckreiz. Kurz später meldeten sich immer mehr Kinder mit Hautproblemen.

Daraufhin informierte Dorsch das Gesundheitsamt und die Feuerwehr sowie etliche Notarztwagen, die zu einem Großeinsatz anrückt.

Feuerwehrleute in Schutzanzügen betreuten die betroffenen Schüler

Es sah durchaus gespenstisch aus: Feuerwehrleute in Schutzanzügen kümmerten sich um die betroffenen Schüler. Bis auf den starken Juckreiz und den Ausschlag ging es allen Schülern aber gut.

Die 180 Schüler wurden dann zunächst in der Turnhalle des Gymnasiums untergebracht. Die anderen, nicht betroffenen Schüler mussten in den Klassenräumen bleiben.

Gesundheitsamt ging von Kontaktallergie aus

Bellinger untersuchte die betroffenen Schüler. Er konnte rasch eine übertragbare Infektion ausschließen.

Das Gesundheitsamt vermutete nun, dass es sich um eine Kontaktallergie handelte. Als Ursache kam eine Chemikalie in Betracht, etwa ein Reinigungsmittel, aber auch Stäube kämen in Betracht.

Pädiater vermuteten zunächst Herbstmilben als Ursache

Pädiater wiederum, die einen Teil der betroffenen Schüler in ihren Praxen untersuchten, vermuteten als Ursache Herbstmilben. Das berichtete Dorsch im Gespräch mit hr3.

Die Kinderärzte hätten darauf hingewiesen, dass es in der Region im Herbst bei feucht-warmen Wetter immer wieder zu Hautproblemen durch Herbstmilben käme. Betroffen seien vor allem Menschen, die sich viel draußen aufhielten, also besonders auch Kinder und Jugendliche, die draußen spielten.

Dafür sprach zunächst auch, dass nach Medienangaben auch vereinzelt Kinder an anderen Schulen betroffen waren. Und dass einige Schüler wegen solcher Hautprobleme morgens erst gar nicht zur Schule kamen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Luftschadstoffe beeinträchtigen viele Organsysteme

Die Lunge gilt zwar als Eintrittspforte für Schadstoffe aus der Luft, kurz- und langfristige Gesundheitsschäden scheinen jedoch vor allem im Herzkreislaufsystem aufzutreten. mehr »

Kompromissvorschlag wieder zurückgezogen

Kaum verkündet, ist der Kompromiss zur Pflegeausbildung auch schon wieder vom Tisch. Die genauen Gründe sind unklar. mehr »

Für die Union ist Substitution von Ärzten kein Tabu

Nichtärztliche Gesundheitsberufe sollen stärker in die Versorgung eingebunden werden, fordert die Union. Ärztepräsident Montgomery benennt die Fallstricke für solche Pläne. mehr »