Ärzte Zeitung, 07.12.2011

Nach Symptomen einer Vulvodynie fragen!

Nur wenige Patientinnen sprechen das Thema Vulvodynie von sich aus an. Acht Prozent aller Frauen sind jedoch - unabhängig vom Alter - von den Symptomen betroffen.

NEU-ISENBURG (eb). Die Vulvodynie ist durch chronische Schmerzen der Vulva mit einer lokalen Überempfindlichkeit charakterisiert. Als Ursache kommen außer diversen Infektionen auch Unverträglichkeiten gegen Seifen, Intimseifen, Waschmitteln, Bekleidungsfasern oder auch verschiedene Lebensmittel infrage.

Durch den Koitus oder auch durch Tampons kann die Vulvodynie provoziert werden. Meist werden die Schmerzen als brennend erlebt; sie können sich über die gesamte Haut des äußeren Genitales, in manchen Fällen bis in den After ausdehnen.

Nach Schätzungen geht man von einer Inzidenz der Vulvodynie von 3 bis 14 Prozent aus. Trotz der angenommenen Häufigkeit wird die Erkrankung insgesamt selten diagnostiziert und behandelt.

Prävalenz sinkt erst ab 70

In einer populationsbasierten Studie aus den USA wurden nun die Prävalenz, die demografischen Faktoren sowie die Schmerzcharakteristik von Patientinnen mit Vulvodynie untersucht (Am J Obstet Gynecol 2011; online 22. August).

Hierzu erfolgte ein telefonisches Screening zur Aufnahme in die Studie sowie halbjährliche Fragebogenaktionen über einen Zeitraum von drei Jahren. Insgesamt nahmen 2.542 Frauen an der Studie teil. Von 89 Prozent konnten die Fragebögen ausgewertet werden. Die Prävalenz der Vulvodynie betrug auf dieser Basis 8,3 Prozent.

Die Prävalenz blieb bis zum 70. Lebensjahr unverändert, erst danach sank sie. Bei sexuell aktiven Frauen blieb die Prävalenz unabhängig vom Alter gleich. Von 208 Frauen, welche die Kriterien für eine Vulvodynie erfüllten, hatten sich 48,6 Prozent behandeln lassen.

Allerdings war nur bei 1,4 Prozent die Diagnose einer Vulvodynie gestellt worden. Bei 16,9 Prozent der Frauen bestand die Anamnese einer Vulvodynie, die nach durchschnittlich 12,5 Jahren spontan verschwunden war.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »