Dienstag, 4. August 2015
Ärzte Zeitung, 10.04.2012

Kindler-Syndrom: natürliche Heilung nachgewiesen

FREIBURG (eb). Wissenschaftler um Professor Leena Bruckner-Tuderman, Ärztliche Direktorin der Universitäts-Hautklinik Freiburg, konnten erstmals zeigen, dass das fleckige Hautmuster beim Kindler-Syndrom durch "natürliche Heilung" des Defektes im Gen für Kindlin-1 entsteht.

Obwohl das Phänomen der "natürlichen Heilung" auch bei einigen anderen seltenen Erkrankungen beschrieben wurde, findet sich bei Kindler-Syndrom-Patienten ein besonderes Muster mit tausenden Inseln gesunder Haut neben erkrankten Stellen (Journal of Clinical Investigation 2012; online am 2. April).

Das Kindler-Syndrom wird durch Mutationen im Gen für Kindlin-1, einem Bestandteil der Oberhaut, verursacht.

Bei dieser Erkrankung ist die Haut der Patienten von Geburt an verletzlich und fragil. Sie wird mit der Zeit ungleichmäßig fleckig pigmentiert, trocken, dünn und sieht frühzeitig gealtert aus. Zudem ist das Risiko für Hautkrebs erhöht.

Das Kompetenzzentrum Fragile Haut und das Epidermolysis bullosa-Zentrum an der Universitäts-Hautklinik Freiburg verfügen über die weltweit größte Kohorte von Patienten mit Kindler-Syndrom.

Die neuen Erkenntnisse eröffnen neue Wege für Zell-Therapie, wird Bruckner-Tuderman in einer Mitteilung der Universitätsklinik Freiburg zitiert.

|

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Top-Meldungen

Neuer Report enthüllt: Wie US-Psychologen der CIA beim Foltern halfen

Ein aktueller Report erhebt schwere Vorwürfe gegen den wichtigsten US-Psychologenverband: Ranghohe Mitglieder sollen Geheimdienste und Militärs bei Foltermethoden unterstützt haben. mehr »

Zuweisungen aus Gesundheitsfonds: Kassen spannen Ärzte für
Tricksereien ein

Die Rücklagen schmelzen, der Kampf um die Zusatzbeiträge wird härter: Kassen versuchen daher mit nachträglichen "Diagnoseprüfungen" zusätzlich Geld beim Gesundheitsfonds locker zu machen. Die Aufsichtsbehörde geht dagegen vor. mehr »

TK-Studie: Jede MRE-Infektion verursacht
17.500 Euro Mehrkosten

Die medizinische Versorgung von mit multiresistenten Erregern (MRE) infizierten Personen verursacht für die Krankenkassen jährliche Mehrkosten in Höhe von mehreren hundert Millionen Euro. Das hat eine Studie des Wissenschaftlichen Instituts der Techniker Krankenkasse (WINEG) ergeben. mehr »