Ärzte Zeitung, 10.04.2012

Kindler-Syndrom: natürliche Heilung nachgewiesen

FREIBURG (eb). Wissenschaftler um Professor Leena Bruckner-Tuderman, Ärztliche Direktorin der Universitäts-Hautklinik Freiburg, konnten erstmals zeigen, dass das fleckige Hautmuster beim Kindler-Syndrom durch "natürliche Heilung" des Defektes im Gen für Kindlin-1 entsteht.

Obwohl das Phänomen der "natürlichen Heilung" auch bei einigen anderen seltenen Erkrankungen beschrieben wurde, findet sich bei Kindler-Syndrom-Patienten ein besonderes Muster mit tausenden Inseln gesunder Haut neben erkrankten Stellen (Journal of Clinical Investigation 2012; online am 2. April).

Das Kindler-Syndrom wird durch Mutationen im Gen für Kindlin-1, einem Bestandteil der Oberhaut, verursacht.

Bei dieser Erkrankung ist die Haut der Patienten von Geburt an verletzlich und fragil. Sie wird mit der Zeit ungleichmäßig fleckig pigmentiert, trocken, dünn und sieht frühzeitig gealtert aus. Zudem ist das Risiko für Hautkrebs erhöht.

Das Kompetenzzentrum Fragile Haut und das Epidermolysis bullosa-Zentrum an der Universitäts-Hautklinik Freiburg verfügen über die weltweit größte Kohorte von Patienten mit Kindler-Syndrom.

Die neuen Erkenntnisse eröffnen neue Wege für Zell-Therapie, wird Bruckner-Tuderman in einer Mitteilung der Universitätsklinik Freiburg zitiert.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Top-Meldungen

Hauttest spürt Parkinson auf

Wie können Ärzte zuverlässig Parkinson erkennen? Eine Biopsie könnte die Lösung sein. Forscher haben hier Unterschiede zwischen Kranken und Gesunden aufgespürt. mehr »

Ein Dorf nur für Geflüchtete

Einmal in Deutschland angekommen, müssen viele Flüchtlinge einen neuen, nun geschützten Alltag finden. Das "Michaelisdorf" in Darmstadt hilft Frauen und ihren Kindern dabei - trotz kultureller Hürden. mehr »

Robo-Baby macht Lust auf echte Kinder

Eigentlich sollten schreiende Babysimulator-Puppen Teenager von Schwangerschaften abhalten. Doch das Gegenteil ist der Fall, fanden nun australische Forscher heraus. mehr »