Ärzte Zeitung, 19.02.2013

Aktinische Keratose

Jeder 45. erkrankt

In Deutschland leben etwa 1,8 Millionen Menschen mit einer aktinischen Keratose, die meisten von ihnen werden (irgendwann) vom Hautarzt gesehen.

HAMBURG. Die Prävalenz aktinischer Keratosen (AK) in Deutschland haben Dermatologen um Dr. Ines Schäfer von der Universitätsklinik Hamburg-Eppendorf auf zwei Wegen ermittelt: über dermatologische Untersuchungen bei Angestellten von mehr als 300 Unternehmen in den Jahren 2002 bis 2008 und über die Diagnoseziffer bei DAK-Versicherten vom Jahr 2008 (ADV 2013; online 24. Jan. 2013).

Bei den 90.880 untersuchten Arbeitnehmern zwischen 16 und 70 Jahren wurden 1800 AK entdeckt. Das entsprach einer alters- und geschlechtsangepassten Prävalenz von 2,66%. Männer waren öfter als Frauen (3,85% vs. 1,45%) und Ältere öfter als Jüngere betroffen; in der Gruppe der 61- bis 70-Jährigen wurde bei 16,36% der Männer und 6,29% der Frauen eine AK diagnostiziert.

Wichtige Risikofaktoren außer Sonnenbränden in der Kindheit, Alter und männliches Geschlecht: ein sehr heller Hauttyp: bei Hauttyp I war eine AK doppelt so häufig wie bei dunklerer Haut (3,3% vs. 1,8%). Die Hauttypen III und IV waren protektiv (0,7% und 0,0%).

Mit 1,80% etwas niedriger war die alters- und geschlechtsangepasste AK-Prävalenz in einer repräsentativen Stichprobe von DAK-Versicherten. Im Alter bis zu 60 Jahren lag die Rate unter 1,5%, danach stieg sie bis auf 8,24% in der Gruppe der 80- bis 89-Jährigen. Nimmt man Versicherten- und Arbeitnehmerdaten zusammen, beläuft sich die Zahl der AK-Patienten in der deutschen Bevölkerung auf etwa 1,8 Millionen, so Schäfer und Kollegen.

Dass mehr als 90% dieser Patienten zum Facharzt gehen, legen Daten der KV Nordrhein nahe. Danach machte die AK 2011 8,3% der 100 häufigsten dermatologischen Diagnosen aus. Auf Deutschland hochgerechnet werden jährlich ungefähr 1,7 Millionen Menschen mit AK vom Dermatologen behandelt. (bs)

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