Ärzte Zeitung, 17.12.2004

BUCHTIP

Alles über die "verhärtete Grütze"

Die Folgen von Atherosklerose, vor allem Herzinfarkt und Schlaganfall, machen weltweit ein Drittel aller Todesursachen aus. In den vergangenen Jahren ist die Erforschung dieser Gefäßkrankheit rasch vorangekommen. Ein Meilenstein war die Erkenntnis, daß nicht nur die Ablagerung von Lipiden an den Arterienwänden bei der Pathogenese wesentlich ist, sondern auch eine chronische Entzündung.

All denen, die ihr Wissen auf den neuesten Stand bringen und dabei einen knappen, aber vollständigen Überblick über dieses Krankheitsbild gewinnen wollen, sei der Taschenatlas "Atherosklerose" empfohlen.

Zu Beginn werden die einzelnen Risikofaktoren vorgestellt, die ein Wachstum der "verhärteten Grütze" - so die Übersetzung der griechischen Wortteile "athaera" und "skleros" - begünstigen. Klinische Komplikationen, die ab dem mittleren Erwachsenenalter auftreten, werden ebenfalls genau beschrieben.

Es folgen Kapitel zu Diagnostik und Therapie bei atherosklerosebedingten Krankheiten wie KHK, Schlaganfall, vaskulärer Demenz oder arterieller Verschlußkrankheit.

Außerdem gehen die Autoren auf die Prophylaxe ein, die Personen mit Risikofaktoren oder frühen Manifestationen und schließlich KHK-Patienten betreiben können.

Im letzten Kapitel werden klinische Studien vorgestellt, die den Effekt von Medikamenten auf den Verlauf einer Atherosklerose untersuchen, und zwar in der Primär- und Sekundärprävention. Besonders Statine und ACE-Hemmer sind von Bedeutung, ferner Substanzen, die die Verfügbarkeit des Botenstoffs Stickstoffmonoxid erhöhen, sowie Antibiotika. Ein kurzer Ausblick ist der Gen- und Stammzelltherapie gewidmet. (ars)

Jörg Kreuzer, Christiane Tiefenbacher, Atherosklerose, Taschenatlas spezial, 151 Seiten, broschiert, ,Thieme-Verlag, Stuttgart, 2003, ISBN 313132841X, 24,96 Euro

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

So schädlich fürs Herz wie Cholesterin

Depressionen steigern bei Männern das Risiko fürs Herz ähnlich stark wie hohe Cholesterinwerte oder Fettleibigkeit. Das ergab eine aktuelle Analyse der KORA-Studie. mehr »

Den Berg im eigenen Tempo erklimmen

Medizinstudentin Solveig Mosthaf fühlt sich im Studium manchmal, als würde sie einen steilen Berg hinauf kraxeln. Sie wünscht sich mehr Planungsfreiheit – und die Möglichkeit, eigene Wege zu gehen. mehr »

Positive HPV-Serologie bringt bessere Prognose

Bei Patienten mit Kopf-Hals-Tumor ist eine positive HPV-16-Serologie mit einem verbesserten Überleben assoziiert. Das bestätigt jetzt eine US-Studie. Demnach liegt die Wahrscheinlichkeit für ein Fünf-Jahres-Überleben sogar 67 Prozent höher. mehr »