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Ärzte Zeitung, 09.09.2005

Orale Antikoagulation bei Schwangeren ist möglich

Kardiologen raten bei Frauen mit Herzklappen zur oralen Antikoagulation bis zur 36. Schwangerschaftswoche

STOCKHOLM (sko). Bei werdenden Müttern mit künstlichen Herzklappen ist eine Schwangerschaft oft kein Problem - vorausgesetzt sie sind körperlich gut belastbar. Zum Schutz des Kindes sollte die orale Antikoagulation jedoch nach Woche 36 abgesetzt werden.

Fünf Prozent der Frauen, die eine künstliche Herzklappe erhalten, sind im gebärfähigen Alter, hieß es beim Kardiologenkongreß Stockholm. Dort stellte Dr. Christa Gohlke-Bärwolf aus Bad Krozingen eine 28jährige Patientin vor, die mit 15 Jahren wegen einer rheumatischen Herzerkrankung eine künstliche Mitralklappe erhalten hatte und jetzt in der achten Woche schwanger war.

Zwei Fragen stellten sich bei dieser Patientin: Gibt es durch die erhöhte hämodynamische Belastung aufgrund der Schwangerschaft Probleme mit den Herzklappen, und kann die Antikoagulation in der Schwangerschaft fortgeführt werden?

"Bestehen keine Anzeichen für eine Herzinsuffizienz, ist die Funktion von Klappen und linkem Ventrikel normal und erreicht die Patientin im Belastungs-EKG eine Leistung von 80 Prozent im Altersvergleich, wird die Schwangerschaft meist gut vertragen", sagte Gohlke-Bärwolf.

Schwieriger sei die Antikoagulation. Bisher sei man davon ausgegangen, daß eine orale Antikoagulation bei Schwangeren wegen der Gefahr für Fehlbildlungen kontraindiziert ist. Zudem ist bei einer vaginalen Entbindung unter Antikoagulantien das Risiko für intrazerebrale Blutungen beim Kind sehr groß, so daß dann ein Kaiserschnitt empfohlen wird.

Die Gefahr für eine Embryopathie hängt jedoch von der Dosierung der oralen Antikoagulantien ab, wie Gohlke-Bärwolf berichtete. Bei einer Warfarin-Dosis unter 5 mg habe es in einer Studie keine Embroypathien gegeben. Gleichzeitig schütze die bisher empfohlene Heparintherapie die Frauen nicht sicher genug vor einer Thrombembolie.

Deshalb empfiehlt die European Society of Cardiology (ESC): Orale Antikoagulation bis zur 36. Woche, danach eine engmaschig kontrollierte Heparintherapie bis sechs Stunden vor der Geburt.

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