Kardiologie

Sammeln Sie CME-Punkte - 30 Tage kostenlos mit e.Med
Modul: Diabetes und Herzinsuffizienz – Update 2017

Weitere Module zu anderen Themen auf der Startseite unserer Sommerakademie

Thrombose/Schlaganfall

Sammeln Sie CME-Punkte - 30 Tage kostenlos mit e.Med
Modul: Thromboembolische Ereignisse bei Adipositas – Leitsymptome schwerer erkennbar

Weitere Module zu anderen Themen auf der Startseite unserer Sommerakademie
Ärzte Zeitung, 15.03.2006

Verschluß eines Vorhof-Shunts lindert Migräne

ATLANTA (ob). Erstmals ist jetzt in einer prospektiven Studie nachgewiesen worden, daß der Verschluß eines offenen Foramen ovale Migräne-Kopfschmerzen lindert. Ob sich diese günstigen Wirkungen bestätigen lassen, soll in einer geplanten größeren Langzeitstudie geklärt werden.

Bei Patienten mit Migräne ist die Prävalenz des offenen Foramen ovale in der Vorhofscheidewand deutlich höher als in der Allgemeinbevölkerung. Nach mehreren Erfahrungsberichten kann der Verschluß dieses Vorhof-Shunts die Kopfschmerzen verringern oder verschwinden lassen.

Eine Arbeitsgruppe um Dr. Peter Wilmshurst im englischen Shrewsbury hat nun in einer prospektiven kontrollierten Studie überprüft, ob wirklich ein Zusammenhang zwischen kardiologischer Intervention und Symptomlinderung besteht. Die Forscher untersuchten zunächst 432 Patienten mit schwerer Migräne kardiologisch. In Übereinstimmung mit bisherigen Beobachtungen hatten auch in diesem Kollektiv 60 Prozent ein offenes Foramen ovale.

Von diesen Patienten wurden 147 in die Studie aufgenommen. Bei der Hälfte wurde per Herzkatheter ein Verschlußsystem implantiert. Die anderen erhielten eine Schein-Intervention ohne Implantation. Erste vorläufige Ergebnisse hat Wilmshurst bei ACC-Kongreß präsentiert. Primärer Endpunkt war das völlige Verschwinden von Migräne-Beschwerden. Diese Meßlatte war wohl zu hoch: Nur drei Patienten in beiden Gruppen wurden komplett beschwerdefrei.

Klare Vorteile des Foramen-Verschlusses ergaben sich aber, wenn weniger rigorose Erfolgskriterien angelegt wurden: Der Anteil der Patienten, die über eine mehr als 50prozentige Abnahme von Kopfschmerz-Tagen berichteten, war in der Interventionsgruppe signifikant höher als in der Kontrollgruppe (42 versus 23 Prozent). Und auch die Kopfschmerz-Belastung (Produkt aus Häufigkeit und Dauer der Attacken) war nach Implantation signifikant geringer.

In einer geplanten Nachfolgestudie mit längerer Laufzeit und höherer Patientenzahl soll nun überprüft werden, ob sich diese günstigen Wirkungen bestätigen lassen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Gefahr im Vekehr oder alles im grünen Bereich?

Patienten, die Cannabispräparate in Dauermedikation haben, dürfen am Straßenverkehr teilnehmen. Eine wissenschaftliche Debatte über ein erhöhtes Verkehrssicherheitsrisiko wurde noch nicht geführt. mehr »

Frau hat keinen Anspruch auf Schmerzensgeld

Hat eine Frau Anspruch auf Schmerzensgeld, wenn ein Arztfehler zu Impotenz des Mannes führt? Das OLG Hamm verneint – und gibt eine Begründung. mehr »

Tausende Pfleger ergreifen die Flucht

Großbritannien gehen die Pflegekräfte aus: Zu groß ist die Unzufriedenheit mit dem System. Sie zeigt sich zunehmend auch bei Patienten. mehr »