Ärzte Zeitung, 25.04.2006

Rückgang der Atherosklerose ist keine Utopie

MANNHEIM (sko). Ist eine Rückbildung atherosklerotischer Gefäßveränderungen möglich, und ist solch eine Regression überhaupt ein verwertbares Therapieziel? Ja, meint Professor Gerald Klose aus Bremen. Denn durch die Rückbildung kann der Erfolg einer medikamentösen Therapie bei Fettstoffwechselstörungen gut überprüft werden.

Um Patienten mit Atherosklerose vor Ereignissen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall zu schützen, wäre es ideal und wünschenswert, wenn die Atherosklerose durch eine Therapie nicht nur gestoppt, sondern auch rückgängig gemacht werden könnte.

Daß dies durchaus möglich zu sein scheint, lassen Beobachtungen aus der Vergangenheit - etwa die Abnahme der Atherosklerose in Zeiten von Mangelernährung oder bei Patienten mit konsumierenden Erkrankungen - und Ergebnisse von tierexperimentellen Studien vermuten.

Bestätigt wurde diese Vermutung in den vielen Angiographie-Studien aus den 80er und 90er Jahren, wie Klose beim Kardiologenkongreß in Mannheim berichtet hat.

Als ein Beispiel führte der Internist vom Klinikum Bremen die CLAS (Cholesterol-Lowering Atherosclerosis Study) von 1987 an, in der durch eine Therapie mit Colestipol und Nikotinsäure (heute als Niaspan® auf dem Markt) eine 16prozentige Regression der Atherosklerose bei Patienten mit ausgeprägter Hypercholesterinämie erreicht wurde.

Als jüngstes Beispiel nannte Klose bei dem vom Unternehmen Merck KGaA organisierten Symposium die ASTEROID-Studie, in der mit intravasalem Ultraschall (IVUS) Rückbildung der Atherosklerose durch Lipid-senkende Therapie mit Rosuvastatin belegt wurde. "Der Nachweis einer Regression der Atherosklerose hat einen Stellenwert bei der Beurteilung neuer Therapien gegen Dyslipidämie", so Klose.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Generelle Landarztquote ist vom Tisch

Der Masterplan Medizinstudium 2020 ist in trockenen Tüchern. Länder können, müssen aber keine Zulassungsquote für Landärzte in spe festlegen. mehr »

Was neue Onkologika den Patienten tatsächlich bringen

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Neue Onkologika haben die Überlebenszeit von Krebspatienten in den vergangenen zwölf Jahren im Schnitt um 3,4 Monate verlängert. Dieser Vorteil geht oft zulasten der Sicherheit. mehr »

Kassen und KBVdrücken aufs Tempo

Bisher trat die Selbstverwaltung bei der Digitalisierung eher als Bremser auf. Bei den Formularen geben KBV und Kassen jetzt Gas: Im Juli kommt der digitale Laborauftrag. mehr »