Ärzte Zeitung, 13.12.2006

Ultraschall deckt Atherosklerose früh auf

Mit transkutaner Sonographie läßt sich Dehnbarkeit der Gefäße beurteilen / Messung der flußabhängigen Dilatation

DÜSSELDORF (grue). Mit digitalisierten hochfrequenten Ultraschallwellen läßt sich die Dehnbarkeit von Blutgefäßen messen. So erhalten Untersucher Hinweise auf mögliche atherosklerotische Veränderungen bei Patienten.

Das Kompetenzzentrum Medizintechnik Ruhr verwendet für die transkutanen Ultraschallmessungen ein konventionelles Ultraschallgerät (Siemens Sonoline Omnia), das mit einem speziellen Schallwandler und einer steuerbaren Trigger-Schnittstelle ausgestattet ist (wie kurz berichtet).

Damit wird die Gefäßpulsation in Armarterien erfaßt und in Echtzeit an einen PC übertragen. Für den Gefäßtest wird mit einer aufpumpbaren Manschette am Oberarm kurzfristig der Blutfluß gestoppt. Denn: Nach einer kurzfristigen Ischämie weitet sich der Durchmesser des Blutgefäßes als Reaktion auf den Sauerstoffmangel. Dieser Effekt wird flußabhängige Dilatation (FAD) genannt.

    Gefäßpulsation in Armarterien wird erfaßt.
   

In einer klinischen Studie hatten Patienten mit Diabetes mellitus und koronarer Herzkrankheit deutlich veränderte FAD-Werte. Dies weise auf beginnende atherosklerotische Prozesse hin, sagte Professor Helmut Ermert von der Universität Bochum beim Forum Medica Vision in Düsseldorf. "Wird simultan auch noch ein EKG aufgezeichnet, läßt sich der Zustand der Gefäße recht genau beurteilen", so Ermert.

Mit dem synchronisierten und digitalisierten Ultraschall können noch zwei weitere Parameter erfaßt werden, die in der Gefäßdiagnostik bisher noch nicht routinemäßig herangezogen wurden. Zum einen ist das der Compliance Koeffizient (CK), der ein Maß für die Dehnbarkeit eines Blutgefäßes ist. Der zweite, recht neue Parameter ist der sonographische Steifigkeitsindex (SSI).

"Der Wert gibt Auskunft über die Geschwindigkeit der arteriellen Pulswelle", sagte Ermert. Bei Patienten mit kranken Gefäßen sei dieser Wert deutlich erhöht und eigne sich womöglich als Prognosemarker. In weiteren Studien soll nun geklärt werden, ob sich an den Ultraschallbefunden auch der Erfolg einer blutdruck- oder lipidsenkenden Therapie ablesen läßt.

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