Ärzte Zeitung, 21.11.2006

EKG ist jetzt ohne Kabelsalat möglich

Gebrauchsfertiges Einwegsystem hat nur noch zwei Stecker / Versand von Herzkurven übers Mobilfunknetz 

DÜSSELDORF (skh). Duschen und Schwimmen mit Langzeit-EKG, EKG-Kurven über Taschencomputer verschicken, und endlich nicht mehr für jede Untersuchung zehn schmutzige Kabel entknoten - diese Neuheiten waren auf der Medica in Düsseldorf zu sehen.

Ein EKG anzulegen und aufzuzeichnen dauert mit dem Einwegsystem höchstens 45 Sekunden. Foto: Integral Process

Das Langzeit-EKG-Gerät des Unternehmens Fukuda Denshi ist bei einem Kaufpreis von etwa 4000 Euro nicht nur erheblich preiswerter als herkömmliche Geräte dieser Art. Zusätzlich ist es nach Angaben des Unternehmens das erste wasserdichte Langzeit-EKG-Gerät. Die Patienten müssen das Gerät beim Duschen oder Schwimmen nicht abnehmen. Das FM-180 mißt außerdem nur 3,2 cm auf 2,4 cm. Über eine mitgelieferte Software können die Herzkurven an jedem PC ausgewertet werden.

Eine weitere Innovation: Mit dem taschenbuchgroßen 12-Kanal-EKG-Modul des italienischen Unternehmens Ates lassen sich Herzkurven aufnehmen und drahtlos auf Laptops oder Taschencomputer übertragen. Von dort können Ärzte die Untersuchungen in Echtzeit über das Mobilfunknetz an Kliniken oder Kollegen verschicken.

Das französische Unternehmen Integral Process macht Schluß mit dem Kabelsalat beim EKG-Schreiben: Durch ein Einwegsystem mit gebrauchsfertigen, beschrifteten Klebe-Elektroden und fest angeschlossenen Kabeln seien falsche Ableitungen unwahrscheinlich, hieß es auf der Medica in Düsseldorf. Lediglich zwei Stecker müssen an den Schreiber angeschlossen werden: Ein Stecker bündelt die Extremitätenableitungen, der zweite die Brustwandableitungen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Neuroprothese lässt Gelähmten wieder zugreifen

Eine Neuroprothese ermöglicht einem Tetraplegiker, mit einer Gabel zu essen. Sein Hirn wird dabei per Kabel mit Muskeln in Arm, Hand und Schulter verbunden. mehr »

Mord und Totschlag in deutschen Kliniken?

Eine umstrittene Studie zu lebensbeendenden Maßnahmen in Kliniken und Pflegeheimen erhitzt die Gemüter. mehr »

Bruch mit dem deutschen Verordnungssystem?

Eine Gesetzesänderung ermöglicht Ärzten seit kurzem, Cannabis zulasten der Kassen zu verschreiben. Der Patient bezieht Cannabis aus der Apotheke. Das neue Rechtskonstrukt sehen viele aber als "Systembruch". mehr »