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Prophylaxe gegen Endokarditis nur noch bei Hochrisiko-Patienten

KÖLN (cin). Paradigmenwechsel bei der Endokarditis-Prophylaxe: Antibiotika sollen nur noch bei hohem Risiko für schwere Krankheitsverläufe gegeben werden. Betroffen sind zum Beispiel Patienten mit angeborenen Herzvitien oder Klappenprothesen. Und: Bei Magen-, Darm- oder Blasenspiegelungen ist keine Prophylaxe mehr nötig.

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Neue deutsche Empfehlungen zur Endokarditis-Prophylaxe sind jetzt von Dr. Christoph K. Naber aus Essen bei der Herbsttagung der Kardiologen in Köln vorgestellt worden. Grund für die Änderungen: Der Nutzen der Endokarditis-Prophylaxe - so wie sie bisher üblich war - ist nicht belegt. Kardiologen schätzen, dass sehr viele Risiko-Patienten therapiert werden müssen, um einen von ihnen vor Endokarditis zu bewahren.

Deshalb sollen nach den neuen Empfehlungen nicht mehr alle Risiko-Patienten geschützt werden, sondern nur diejenigen mit einem hohen Risiko für einen schweren Verlauf. "Das trifft für vier Gruppen zu: Patienten mit angeborenen Herzvitien, mit Klappenprothesen, mit abgelaufener Endokarditis und nach Herztransplantation mit Valvuloplastie", sagte Naber.

Weiterhin wird eine Antibiotikaprophylaxe nur noch bei Zahnextraktionen, bei Eingriffen am Respirationstrakt mit Verletzung der Mukosa, etwa durch Biopsie, und bei herzchirurgischen Eingriffen empfohlen. Nicht mehr empfohlen wird die Prophylaxe bei Eingriffen am Gastrointestinal- und Urogenitaltrakt.

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