Ärzte Zeitung, 17.10.2007

Ein Mittagsschläfchen ist gut fürs Herz

Studie griechischer Wissenschaftler / Von einer Siesta profitieren vor allem berufstätige Männer

NEU-ISENBURG (ug). Das gute alte Mittagsschläfchen ist gesund. Man fühlt sich nicht nur frischer, aufmerksamer und leistungsstärker nach Power-Napping, sondern auch das Herz profitiert offenbar davon. Das legen zumindest die Daten einer aktuellen Studie nahe.

Griechische Wissenschaftler haben in einer Beobachtungsstudie festgestellt, dass eine etwa 30-minütige Siesta das Risiko, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sterben, um bis zu 37 Prozent verringert.

Das Forscherteam aus Athen und Boston in den USA um Dr. Androniki Naska von der Universität Athen hat nach einer Erklärung für das verglichen mit westlichen Industriestaaten geringere Vorkommen koronarer Herzkrankheiten in mediterranen Ländern gesucht (Arch Intern Med 167, 2007, 296). Naska vermutete, dass dabei nicht nur die gesunde Kost mit Olivenöl und Rotwein, sondern auch die dort übliche mittägliche Siesta von Bedeutung sei. Die nämlich baue Stress ab, der bekanntlich nicht gut fürs Herz ist.

Die Wissenschaftler werteten die Daten von 23 681 gesunden Erwachsenen zwischen 28 und 86 Jahren aus, die regelmäßig zu ihren Ernährungs- und Lebensgewohnheiten befragt worden waren. Eine der Fragen galt dabei der Siesta.

Ergebnis: Bei Befragten, die ab und zu mittags schlafen, war das geschätzte koronare Sterberisiko um 34 Prozent geringer als bei Personen, die nie Siesta machen. Wer mindestens dreimal in der Woche eine halbstündige Siesta hält, bei dem war die geschätzte koronare Sterberate sogar um 37 Prozent geringer.

Der positive Effekt des Mittagsschläfchens war am stärksten bei berufstätigen Männern. Für nicht berufstätige Männer und generell für Frauen wurde nur ein nicht signifikanter Zusammenhang gefunden.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Hypertonie in jungen Jahren erhöht Risiko für den Nachwuchs

Das Alter, in dem sich ein Bluthochdruck manifestiert, beeinflusst nicht nur die persönliche Prognose eines Patienten, sondern wohl auch das Erkrankungsrisiko seiner Kinder. mehr »

Medienanamese künftig Bestandteil der U-Untersuchungen?

Schon bei Babys und Kleinkindern machen sich die Folgen übermäßigen Medienkonsums bemerkbar. Das geht aus der neuen BLIKK-Studie hervor. Pädiater reagieren besorgt. mehr »

Deutsche überschätzen Ebola-Gefahr und unterschätzen Masern

Im Mittelpunkt medialer Berichterstattung stehen meist große globale Bedrohungen wie Ebola und Zika. Doch Experten haben ganz andere übertragbare Erkrankungen im Visier. mehr »