Ärzte Zeitung, 03.04.2008

Joggen nach langer Pause? Belastungs-EKG ist ein Muss

Medizinische Untersuchung für alle Sportnovizen über 35 Jahre empfohlen

MANNHEIM (wst). Wer von Jugend an bis ins Alter ohne Unterbrechung regelmäßig Sport treibt, hat beste Aussichten, gesund alt zu werden - das haben viele epidemiologische Studien gezeigt. Aber auch wer erst nach langer Karenz mit 50 Jahren oder noch später wieder mit Sport beginnt, dient seiner Gesundheit. Allerdings ist der späte sportliche Neuanfang nicht ganz ohne Risiken.

 joggen nach langer pause? belastungs-ekg ist ein muss

Joggen hält auch alte Menschen gesund. Wer jedoch erst spät damit anfängt, sollte sich zuvor auf Herz und Nieren prüfen lassen.

Foto: imago

Menschen können praktisch in jedem Alter und Gesundheitszustand Ausdauer und Kraft trainieren. Darauf hat der Sportmediziner Professor Aloys Berg vom Universitätsklinikum Freiburg hingewiesen.

Beides - Kraft und Ausdauer -sollten trainiert werden

Das regelmäßige Training sollte dabei sowohl Kraft-, als auch Ausdauerkomponenten fördern, sagte Berg auf einer geriatrisch-sportmedizinischen Sitzung beim Kardiologenkongress in Mannheim. Oft werde jedoch zu Unrecht das Krafttraining vernachlässigt.

Unumstritten sei, dass regelmäßiges körperliches Training gesundheitliche Risiken vermindert. Plötzliche und ungewohnte Anstrengung könne jedoch bei älteren Menschen gefährlich sein, besonders bei solchen mit kardiovaskulären Schäden, warnte Professor Herbert Löllgen aus Remscheid.

Wer einmal sportlich fit war, neigt zu Überanstrengungen

Zu riskanten Überanstrengungen neigten besonders jene Menschen, die in jungen Jahren eher überdurchschnittlich sportlich waren und glauben, sie könnten nach einer 20- bis 30-jährigen Trainingspause wieder schnell an das alte Leistungsniveau anknüpfen. Um sich zu Beginn nicht zu gefährden, empfiehlt Löllgen allen Kandidaten jenseits des 35. Lebensjahres eine sportmedizinische Untersuchung.

Diese sollte um so umfangreicher sein, je älter der Sportnovize ist, je mehr Risikofaktoren er bereits hat und je intensiver der sportliche Neueinstieg beabsichtigt ist. So sollte etwa für bislang inaktive über 50-Jährige, die plötzlich der sportliche Ehrgeiz packt, ein wirklich forderndes Belastungs-EKG vor dem Start eines Lauftrainings obligat sein -auch wenn kein Verdacht auf kardiovaskuläre Erkrankungen vorliegt, so Löllgen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Körperlich aktive Kinder werden seltener depressiv

Bewegen sich Kinder viel, entwickeln sie in den kommenden Jahren seltener depressive Symptome. Viel körperliche Aktivität könnte daher präventiv wirken. mehr »

Generelle Landarztquote ist vom Tisch

Der Masterplan Medizinstudium 2020 ist in trockenen Tüchern. Länder können, müssen aber keine Zulassungsquote für Landärzte in spe festlegen. mehr »

Star Trek und die Ethik der Medizin

Ärztliche Fortbildung sind immer dröge Veranstaltungen? Eine Veranstaltung in Frankfurt ist der medizinethischen Wertewelt von Raumschiff Enterprise auf den Grund gegangen - und zeigt, was Ärzte aus der Serie lernen können. mehr »