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Ärzte Zeitung, 09.06.2008

Stenosen von Aortenklappen minimal-invasiv geöffnet

Neue Technik wird am Herzzentrum der Uni Göttingen angewandt

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Klein zusammengefaltet wird die Herzklappe über die Leiste oder die Brustwand an die Stelle der erkrankten Herzklappe geführt.

GÖTTINGEN (eb). Eine innovative Methode zur Behandlung bei Aortenklappenstenosen soll jetzt auch am Herzzentrum der Universitätsmedizin Göttingen angeboten werden. Statt mit einem chirurgischen Eingriff am offenen Herzen wird minimal-invasiv mit einem Kathetereingriff behandelt.

Von dieser Technik profitieren vor allem Patienten, die wegen ihres hohen Alters oder aufgrund von Begleiterkrankungen ein hohes Operationsrisiko haben. Diese Hochrisikopatienten galten bisher oft als inoperabel.

Das Klappenimplantat - eine Bioprothese aus gereinigtem Rinderherzgewebe, die in einen Stent eingearbeitet ist - wird klein zusammengefaltet und in einem Katheter platziert. Dieser Stent wird dann transfemoral an die Stelle der erkrankten Herzklappe vorgeschoben, dort wieder aufgefaltet und verankert, wie das Herzzentrum Göttingen mitteilt. Alternativ werde der Eingriff direkt durch die Brustwand vorgenommen.

Besonders Patienten mit hohem Risiko bringt Methode Vorteile

Entscheidender Vorteil der neuen Technik, die bisher nur an wenigen Zentren in Deutschland praktiziert wird: Auf den Einsatz der Herz-Lungen-Maschine kann verzichtet werden. Bisher war der Herzklappenersatz nur bei nicht schlagendem Herzen durchführbar, was den Einsatz der Herz-Lungen-Maschine erforderte, erklärt Privatdozent Wolfgang Schillinger, Oberarzt der Abteilung Kardiologie und Pneumologie am Herzzentrum Göttingen.

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Das Klappenimplantat wird minimal-invasiv in die Aorta eingeführt. Die Herz-Lungen-Maschine wird nicht gebraucht.

Fotos: Edward Lifesciences / Herzzentrum Göttingen

Besonders bei Hochrisikopatienten bringe die vorübergehende Stilllegung des Herz-Lungen-Kreislaufs jedoch erhebliche Komplikationen mit sich. Bei dem neuen Verfahren schlägt das Herz weiter. Das schont den Patienten, verkürzt die Op-Zeit und reduziert das Komplikationsrisiko auf ein Minimum. Die neue Technik könne vielen Hochrisikopatienten die Beschwerden, die mit der Klappenerkrankung verbunden sind, lindern und das Leben retten, sagt Schillinger.

Die neue Behandlungsmethode eignet sich für erwachsene Patienten, deren Aortenklappenstenose durch Verkalkung hervorgerufen wurde. Bei einer Entzündung der Herzklappe ist das Verfahren dagegen nicht einsetzbar, da eine Infektion des Bioimplantats droht. Prinzipiell ist das Implantat in zwei Größen erhältlich. Für sehr große Herzen ist das Verfahren allerdings nicht geeignet. Hier besteht die Gefahr, dass die Klappe das Gewebe nicht abdichten kann.

Das Operationsverfahren wurde weltweit in klinischen Studien erprobt und soll in Kürze auch im Herzzentrum der Universitätsmedizin Göttingen eingesetzt werden.

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