Ärzte Zeitung online, 20.08.2008

Hoffnung auf Nutzen von Vitamin B bei KHK zerstoben

BERGEN (ple). Die Hoffnung, sich mit B-Vitaminen und Folsäure vor kardiovaskulären Komplikationen schützen zu können, wird durch die Ergebnisse einer norwegischen Studie erneut getrübt.

Hoffnung auf Nutzen von Vitamin B bei KHK zerstoben.

Foto: Tomasz Trojanowski©www.fotolia.com

Nach den Ergebnissen der heute publizierten Placebo-kontrollierten WENBIT*-Studie reduziert die Sekundärprävention mit Homocystein-senkendem Vitamin B und Folsäure zusätzlich zur Standardtherapie bei KHK-Patienten nicht das Risiko für Tod oder schwere kardiovaskuläre Komplikationen (JAMA 300/7, 2008, 795).

An der Studie hatten 3090 Patienten mit angiografisch bestätigter Herzerkrankung teilgenommen, hauptsächlich mit stabiler Angina pectoris und Zwei- oder Drei-Gefäßerkrankung. Die Patienten erhielten in vier Gruppen oral Folat mit Vitamin B12 und Vitamin B6, Folat mit Vitamin B12, Vitamin B6 oder Placebo. Über median 38 Monate wurden Daten erhoben. Die Studie war vorzeitig beendet worden, weil Patienten der Studie aufgrund der vorzeitigen Ergebnisse einer anderen norwegischen Studie besorgt waren: In dieser Studie gab es Hinweise auf unerwünschte Wirkungen der Vitamin-B/Folat-Behandlung.

In der jetzt veröffentlichten WENBIT-Studie gab es keine signifikanten Unterschiede in der Sterberate oder der Rate kardiovaskulärer Ereignisse zwischen den Gruppen. Die Patienten waren meist gut konventionell behandelt, 90 Prozent mit ASS, 89 Prozent mit Statinen und 77 Prozent mit Betablockern.

Aufgrund der Studienergebnisse ist nach Ansicht der Arbeitsgruppe um die Studienleiterin Dr. Marta Ebbing aus Bergen die Vitamin-B-Supplementation zur Verbesserung der Prognose bei KHK-Patienten nicht sinnvoll.

WENBIT bedeutet: Western Norway B-Vitamin Intervention Trial

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