Kardiologie

Sammeln Sie CME-Punkte - 30 Tage kostenlos mit e.Med
Modul: Diabetes und Herzinsuffizienz – Update 2017

Weitere Module zu anderen Themen auf der Startseite unserer Sommerakademie

Thrombose/Schlaganfall

Sammeln Sie CME-Punkte - 30 Tage kostenlos mit e.Med
Modul: Thromboembolische Ereignisse bei Adipositas – Leitsymptome schwerer erkennbar

Weitere Module zu anderen Themen auf der Startseite unserer Sommerakademie
Ärzte Zeitung online, 20.08.2008

Computer-Modelle sollen künftig Herzoperationen optimieren

AMSTERDAM (eb). Herzoperationen vor dem Eingriff zu simulieren, um damit die bestmögliche Behandlung von Patienten zu gewährleisten: Das ist das Ziel des EU-geförderten Forschungsprojekts euHeart, das vom Unternehmen Philips geleitet wird.

Foto: Philips

In dem Projekt sollen mehrere computerisierte, biophysische Modelle des Herzens inklusive Aorta entwickelt werden, die sich mit klinischen Daten des Patienten kombinieren lassen. So lassen sich anhand des persönlichen Krankheitsbilds Eingriffe besser als bisher planen und testen, teilt das Unternehmen aus Amsterdam in den Niederlanden mit. Die Modelle sollen auch für die Diagnose genutzt werden, da sie umfassend Informationen über Erkrankungsmechanismen geben.

Die Modelle sollen helfen, Herzversagen, Erkrankungen der Herzkranzgefäße, Herzrhythmusstörungen und angeborene Herzfehler besser zu diagnostizieren und die Therapieplanung und Behandlung zu unterstützen. So ist es heute beispielsweise übliches Behandlungsverfahren bei Patienten mit Herzrhythmusstörungen, Teile des Herzgewebes minimalinvasiv mit Hilfe eines Katheters zu veröden. Derzeit müssen Ärzte auf ihre Erfahrung vertrauen, wenn sie entscheiden, welche Bereiche des Herzgewebes sie zerstören.

Weiter erschwert wird diese Entscheidung dadurch, dass es bei der elektrischen Aktivität im Herzen verschiedener Patienten feine Unterschiede gibt. Mit einem computerisierten Modell, das die besonderen Eigenschaften wie Struktur und Physiologie des Herzens des Betroffenen wiedergibt, haben Ärzte die Möglichkeit, die Behandlung vom Computer optimieren zu lassen oder vorher am Modell zu testen. So können sie prüfen, welchen Einfluss die Zerstörung unterschiedlicher Geweberegionen hat, bevor sie den Eingriff tatsächlich am Patienten vornehmen.

Damit das Modell den Gesundheitszustand des Patienten unmittelbar wiedergibt, werden Bilder von Computer- oder Magnetresonanztomografen ebenso wie Messungen des Blutflusses, des Blutdrucks in den Koronararterien und Daten aus dem EKG genutzt. Anhand des Modells ist so unmittelbar zu erkennen, wie die Herzerkrankung des Patienten die korrekte Funktion stört - und die bestmögliche Therapie kann passend zur individuellen Situation maßgeschneidert werden.

"Das Projekt euHeart bringt die neuesten Entwicklungen im Bereich der Modellierung und der Informationstechnologie zusammen, um die Behandlung von Herzpatienten zu verbessern", erläutert der klinische Projektkoordinator Professor Reza Razavi. Der Experte für Herz- und Gefäßkrankheiten bei Kindern leitet die Abteilung für Bildgebende Verfahren am King´s College in London. "Im Endergebnis wird uns das Projekt ermöglichen, die bestmögliche Behandlung für einen Patienten zu wählen und für jeden einzelnen zu optimieren."

Das euHeart-Konsortium besteht aus 16 Partnern öffentlicher und privater Forschungseinrichtungen, Universitäten, Industrie und medizinischer Organisationen aus sechs europäischen Ländern. Das Projekt läuft über vier Jahre mit einem Budget von etwa 19 Millionen Euro, von denen 14 Millionen Euro von der EU als Teil des 7. EU-Rahmenprogramms bereitgestellt werden. Das Projekt ist Teil der "Virtual Physiological Human (VPH)" Initiative. In dem Projekt wird versucht, ein computerisiertes Modell des gesamten menschlichen Körpers zu erstellen. Dieses Modell soll es ermöglichen, den Körper als gesamtes komplexes System zu erforschen.

http://www.research.philips.com/newscenter/backgrounders/080820- euheart.html

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »