Ärzte Zeitung, 09.09.2008

Ersparen Bluttests Kindern eine Herzverpflanzung?

FREIBURG (ikr). Manchen Kindern, bei denen es wegen einer Herzmuskelerkrankung zum Herzversagen kommt, kann künftig vielleicht eine Herztransplantation erspart werden. Anhand der Blutwerte der natriuretischen Peptide lässt sich offenbar vorhersagen, bei welchen Kindern sich die eigene Herzfunktion nach kurzer Zeit wieder erholt.

Wissenschaftler des Deutschen Herzzentrums in Berlin haben 19 Kinder im Alter zwischen zwei Monaten und 17 Jahren untersucht, die wegen Herzversagen zur Überbrückung ein Kunstherz erhalten hatten. Vor und nach der Implantation der künstlichen Pumpe bestimmten die Wissenschaftler die natriuretischen Peptide im Blut der Patienten.

Vor der Implantation waren die natriuretischen Peptide bei allen Kindern deutlich erhöht. Bereits nach der ersten Woche waren die Werte jedoch signifikant gesunken, wie das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), das die Studie fördert, mitteilt. Bei den Kindern, deren Herz sich unter der Behandlung mit dem Kunstherz tendenziell erholte, war der Abfall der Biomarker sehr viel ausgeprägter als bei den Kindern, deren Herzfunktion sich nicht verbesserte.

Die Kinder, bei denen sich die Biomarker zügig normalisierten, wurden nicht wie bisher schon in den ersten Wochen zur Transplantation angemeldet, sondern zunächst engmaschig mit Herz-Ultraschall-Untersuchungen kontrolliert. Dadurch konnte zwei von 19 Kindern eine Transplantation erspart werden, so das BMBF.

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