Ärzte Zeitung, 28.10.2008

KHK weltweit häufigste Todesursache

Herz-Kreislauf-Krankheiten nehmen auch in Schwellen- und Entwicklungsländern zu / Neuer WHO-Bericht

GENF (mut/dpa). Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind nicht nur in Industrieländern, sondern weltweit die häufigste Todesursache. Das geht aus einer Statistik der WHO für das Jahr 2004 hervor (wie bereits online berichtet). Die Organisation glaubt, dass sich die meisten vorzeitigen Todesfälle infolge solcher Krankheiten vermeiden ließen.

Im Jahr 2004 sind weltweit knapp 59 Millionen Menschen gestorben.

Mit gesunder Ernährung, regelmäßiger Bewegung und dem Verzicht auf Tabak könnten 80 Prozent der vorzeitigen Herz-Kreislauf-Todesfälle vermieden werden, betont die WHO.

Nach Daten des neuen Berichts der WHO stehen Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowohl in Industrienationen als auch in Schwellenländern auf Platz eins der Todesursachen-Statistik. In Entwicklungsländern sind sie die zweithäufigste Todesursache, übertroffen nur noch von Atemwegsinfekten.

Wegen der weltweit steigenden Lebenserwartung rechnet die UN-Organisation mit einer weiteren Zunahme kardiovaskulär bedingter Todesfälle um mehr als ein Drittel (37 Prozent) im Jahr 2030.

Aus demselben Grund werde auch die Zahl der Krebstoten um 60 Prozent steigen: von 7,4 Millionen (2004) auf 11,8 Millionen im Jahr 2030. Die häufigste vermeidbare Krebsursache bleibe das Rauchen, betont die WHO. Sie rechnet mit einem Anstieg der Zahl der Tabaktoten von 5,4 Millionen auf 8,3 Millionen bis 2030 - ein Zuwachs um 54 Prozent. Damit werde der Tabakkonsum Ursache für fast jeden zehnten Todesfall weltweit sein.

Verdoppeln wird sich nach der WHO-Prognose die Zahl der Verkehrstoten, und zwar auf 2,4 Millionen bis zum Jahr 2030 - vor allem als Folge der steigenden Motorisierung in Entwicklungs- und Schwellenländern. Dagegen soll die Zahl der Aids-Toten 2012 ein Maximum von 2,4 Millionen erreichen und sich anschließend durch die bessere Versorgung mit Aids-Arzneien bis 2030 halbieren. Insgesamt sind im Jahr 2004 nach dem WHO-Bericht 58,8 Millionen Menschen gestorben.

Den kompletten Bericht gibt es unter www.who.int

Lesen Sie dazu auch:
Der Tod kommt erst im Alter

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Was neue Onkologika den Patienten tatsächlich bringen

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Neue Onkologika haben die Überlebenszeit von Krebspatienten in den vergangenen zwölf Jahren im Schnitt um 3,4 Monate verlängert. Dieser Vorteil geht oft zulasten der Sicherheit. mehr »

Kassen und KBV drücken aufs Tempo

Bisher trat die Selbstverwaltung bei der Digitalisierung eher als Bremser auf. Bei den Formularen geben KBV und Kassen jetzt Gas: Im Juli kommt der digitale Laborauftrag. mehr »

"Auch mit Kind zügig möglich"

Eine Weiterbildung, die auch mit Elternzeit nur sechs Jahre dauert? Das ist möglich, sagt Dr. Sandra Tschürtz. Die angehende Allgemeinmedizinerin steht vor ihrer Facharztprüfung – und blickt auf ihre Zeit in einem Weiterbildungsverbund zurück. mehr »