Ärzte Zeitung online, 26.11.2008

Örtliche Betäubung oder Narkose: Beides ist gleich gut bei Karotis-Operation

EDINBURGH (gwa). Wenn eine stenosierte Karotis operativ rekanalisiert werden soll, ist es nach Daten der GALA*-Studie egal, ob die Operation in Lokal- oder Allgemeinanästhesie erfolgt. Nach 30 Tagen post-operativ gab nämlich es keine Unterschiede zwischen beiden Gruppen. Die Studienautoren schlagen deshalb vor, dass Ärzte und Patienten die Art der Anästhesie individuell bestimmen sollten.

In die randomisierte GALA-Studie waren zwischen 1999 und 2007 insgesamt 3526 Patienten aus 24 Ländern aufgenommen worden. Alle hatten eine Stenose der Arteria carotis interna und erhielten eine Endarteriektomie entweder in Lokal- oder Allgemeinanästhesie. Primärer Endpunkt war der Anteil der Patienten mit Ereignissen wie Schlaganfall, Herzattacken, Tod und kontralaterale Karotisverschlüssen in der Zeit zwischen Randomisierung und 30 Tage post-operativ (Lancet online vorab).

Statistisch gab es bezüglich des primären Endpunktes keine Unterschiede: In der Gruppe mit Allgemeinanästhesie waren 4,8 Prozent der Patienten betroffen, in der Gruppe mit Lokalanästhesie waren es 4,5 Prozent.

Auch was die Dauer des Krankenhausaufenthalts oder die Lebensqualität betrifft, gab es keine Unterschiede zwischen den Gruppen.

Das Team um Dr. Steff C. Lewis aus Edinburgh und Kollegen der GALA-Studiengruppe meinen deshalb, dass Ärzte und Patienten gemeinsam über die individuell beste Anästhesie vor Endarteriektomie entscheiden sollten.

*GALA steht für "General anaesthetic local anaesthetic"

PDF der Studie "General anaesthesia versus local anaesthesia for carotid surgery (GALA): a multicentre, randomised controlled trial"

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