Ärzte Zeitung online, 23.12.2008

Bei vier Prozent der über 57-Jährigen Risiko von Arzneimittelwechselwirkungen?

CHICAGO (hub). Die Kombination verschriebener Arzneien mit freiverkäuflichen kann ernste Gefahren bergen. Forscher in den USA rechnen aufgrund einer Studie für vier Prozent der über 57-Jährigen mit schwerwiegenden Arzneimittelwechselwirkungen.

In der Studie wurde die Medikamentenverordnung und der Erwerb und die Einnahme freiverkäuflicher Arzneien (OTC-Präparate) und Nahrungsergänzungsmittel bei 57- bis 85-Jährigen (JAMA 300, 2008, 2867). Demnach nimmt fast jeder der über 3000 Befragten mindestens eine verschriebene Arznei ein. Mehr als die Hälfte nimmt fünf oder mehr verschriebene Medikamente, OTC-Präparate oder Nahrungsergänzungsmittel. Für jeden dritten aus der Altersgruppe stellten die Forscher die Einnahme von fünf oder mehr verschriebenen Medikamente fest.

Aus den Daten errechneten die Forscher der Universität von Chicago, dass für vier Prozent der 57- bis 85-Jährigen ein Risiko möglicher schwerer Arzneimittelwechselwirkungen besteht. Dabei ist bei jedem Zweiten ein freiverkäufliches Präparat beteiligt. Am meisten evident sind die möglichen Wechselwirkungen in der ältesten Gruppe von Männern, wobei bei etwa 50 Prozent Antikoagulantien oder Plättchenhemmer beteiligt sind.

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