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Ärzte Zeitung online, 06.02.2009

Geschlecht des Arztes beeinflusst die Therapie bei Herzinsuffizienz

SAARBRÜCKEN (eb). Männer mit kardiovaskulären Erkrankungen werden besser versorgt als Frauen mit solchen Krankheiten. Denn bei ihnen wird nicht nur die Diagnose früher gestellt. Sondern es wird auch die Therapie eher begonnen und konsequenter durchgeführt. Das haben Forscher an der Universität des Saarlandes herausgefunden. Ein weiteres Ergebnis: Auch das Geschlecht des Arztes beeinflusst die Therapie. Weibliche Ärzte beginnen die Therapie früher und dosieren die Medikamente höher.

Die Studie der Saarländischen Forscher umfasste 1857 Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz und 829 behandelnde Ärzte. Analysiert wurden Begleiterkrankungen, Herzinsuffizienz-Symptome und Therapieentscheidungen der Ärzte. Geprüft wurde aber auch der Einfluss des Geschlechts bei Patienten und Ärzten auf die medikamentöse Therapie.

Die Ergebnisse zeigten insgesamt eine befriedigende medikamentöse Therapie bei allen Patienten, betonen die Saarländer. Zwischen den Facharztgruppen (Allgemeinmediziner, Internist oder Kardiologe) gebe es nur geringe Unterschiede. Allerdings wurden weibliche im Vergleich zu den männlichen Patienten seltener mit ACE-Hemmern, AT1-Antagonisten und Betablockern therapiert. Darüber hinaus zeigte sich, dass die Medikamente bei weiblichen Patienten insgesamt niedriger dosiert wurden.

Die Forscher konnten außerdem zeigen, dass Ärztinnen mehr Patienten mit den erforderlichen Medikamenten behandeln und diese auch höher dosieren. Sie machen außerdem keinen Unterschied bezüglich des Geschlechts ihrer Patienten. Bei ihren männlichen Kollegen ist das anderes. Sie behandelten weibliche Patienten signifikant seltener und mit niedrigeren Dosierungen.

Um mögliche Einflussfaktoren auszuschließen, führten die Wissenschaftler eine multivariante Analyse der Ergebnisse durch. Sie berücksichtigten die Spezialisierung der Ärzte wie auch die Zeit, die seit dem Examen vergangen war. Heraus kam, dass unabhängig von diesen Faktoren Betablocker von Ärztinnen signifikant häufiger eingesetzt werden.

Die Unterversorgung weiblicher Patienten spiegelt nach Ansicht der Forschergruppe die Ergebnisse vorheriger Untersuchungen bei anderen Erkrankungen wieder.

Ärztinnen scheinen ihre Patienten also besser zu therapieren. Die Gründe könnten darin liegen, dass Ärztinnen mehr Zeit pro Patienten-Arztkontakt aufwenden, glauben die Forscher. Darüber hinaus würden Ärztinnen ihre Patienten eher in die Therapieentscheidungen mit einbeziehen, was die Compliance erhöhe. Zudem könne die Analyse der Symptome bei Ärztinnen detaillierter sein.

Die Forscher glauben, dass sich ihrer Ergebnisse auch auf andere Bereiche der Medizin projizieren lassen. Sie fordern: Ärzte sollten sich dieses Problems bewusst sein, um allen ihren Patienten eine ähnlich gute medikamentöse Therapie zu ermöglichen.

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