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Ärzte Zeitung online, 12.02.2009

Europäer kennen die 112 nicht

BRÜSSEL (dpa). Ob Unfall, Diebstahl oder Brand: In jedem Notfall können die Deutschen den Notruf 112 anrufen. Doch nur 16 Prozent der Bevölkerung wissen, dass diese Telefonnummer auch EU-weit zu erreichen ist. Das geht aus einer aktuellen Studie hervor, die die EU-Kommission am Mittwoch in Brüssel vorlegte.

In vielen anderen der 27 Mitgliedstaaten sei die Situation nicht besser, im Schnitt kenne nur jeder vierte EU-Bürger den europaweiten Notruf, hieß es. "Die europäische Notrufnummer darf nicht länger das bestgehütete Geheimnis in Europa bleiben", sagte EU-Medienkommissarin Viviane Reding.

Mit der 112 können Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienste EU-weit kostenlos vom Festnetz ebenso wie vom Handy aus erreicht werden. Zudem können Anrufer fast überall durch die Einsatzzentralen geortet werden. Die Nummer sollte eigentlich seit 1998 in der Europäischen Union freigeschaltet sein. Sie funktioniert jedoch erst seit dem vergangenen Jahr in allen 27 Mitgliedsländern. Als letztes Land schaltete Bulgarien die 112 auf Druck der EU frei. In Deutschland gilt neben der 112 für jede Art von Notfällen weiter auch die 110 für die Polizei.

Jeder Bürger müsse auf Auslandsreisen die gleiche Sicherheit genießen wie im Heimatland, verlangte Reding. Sie forderte die Mitgliedstaaten auf, vor allem vor den Sommerferien mehr Werbung für die Notrufnummer zu machen. In Bulgarien etwa erhielten Besucher eine Willkommens-SMS, in der auf die 112 hingewiesen werde. In Österreich, Griechenland und Spanien verwiesen Werbetafeln an Autobahnen und Mautstationen auf die Nummer.

Reding kritisierte, dass der Studie zufolge fast jeder dritte Befragte beim Anwählen der 112 im Ausland über Sprachprobleme klagte. Dabei hätten 21 Länder angegeben, Anrufe neben der Landessprache auch in Englisch beantworten zu können. Hier müsse dringend nachgebessert werden, forderte sie. Deutsch wird den Angaben zufolge in zwölf Mitgliedstaaten gesprochen, darunter Spanien, Bulgarien und Tschechien.

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